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	<title>Lebendige Erinnerung</title>
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	<description>Zur ewigen Erinnerung an die, die in unserem Herzen weiterleben.</description>
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		<title>Horst Königstein</title>
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		<pubDate>Sun, 12 May 2013 06:57:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Funk + Fernsehen]]></category>

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		<description><![CDATA[Horst Königstein (* 26. Juli 1945 in Bremen; † 12. Mai 2013 in Hamburg[1]) war ein deutscher Fernseh- und Theaterregisseur, Drehbuchautor und Textdichter. Königstein war Redakteur bei Radio Bremen und später beim NDR, Professor an der Kunsthochschule für Medien in Köln und Mitglied im Bundesverband Regie. Er wurde vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Heinrich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Horst Königstein (* 26. Juli 1945 in Bremen; † 12. Mai 2013 in Hamburg[1]) war ein deutscher Fernseh- und Theaterregisseur, Drehbuchautor und Textdichter.</p>
<p>Königstein war Redakteur bei Radio Bremen und später beim NDR, Professor an der Kunsthochschule für Medien in Köln und Mitglied im Bundesverband Regie. Er wurde vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Heinrich Breloer bekannt. Für den gemeinsamen Fernsehfilm Die Manns – Ein Jahrhundertroman erhielt er unter anderem den Grimme-Preis. Auch für das Doku-Drama Speer und Er schrieb er gemeinsam mit Heinrich Breloer das Drehbuch.</p>
<p>Am Thalia-Theater in Hamburg inszenierte er Mein Jahrhundert von Günter Grass und an den Kammerspielen Nächte mit Joan, Mr. Peters Connections; am St.-Pauli-Theater Sechs Tanzstunden in sechs Wochen.</p>
<p>Zu den Arbeiten Königsteins als Fernsehregisseur gehören die Filme Jud Süß – ein Film als Verbrechen, Propaganda und Liane.</p>
<p>2002 gewann er gemeinsam mit Heinrich Breloer die Goldene Romy für Die Manns – Ein Jahrhundertroman. Außerdem realisierte er einen Film über den Ex-Beatle Ringo Starr und dessen Heimatstadt Liverpool. Dieser hieß Ringo und die Stadt am Ende des Regenbogens und erschien 1977 in der Bundesrepublik Deutschland.</p>
<p>Königstein verfasste für den britischen Musiker Peter Gabriel deutsche Nachdichtungen für zwei seiner unbetitelten Soloalben (1980 und 1982), die Gabriel sowohl in seiner Muttersprache als auch auf Deutsch (dann unter den Namen: Ein deutsches Album und: Deutsches Album) veröffentlichte. Des Weiteren übertrug er für Gabriel den Einzeltitel Here Comes The Flood / Jetzt kommt die Flut in die deutsche Sprache. Dieser Titel stammt von Peter Gabriels erster Platte von 1977 und erschien 1980 in der deutschen Fassung auf der B-Seite der Single Biko. In Königsteins Film Haus Vaterland (ARD, 1980) spielt und singt Peter Gabriel Jetzt kommt die Flut am Piano. Weitere Liedtexte verfasste Königstein u. a. für Udo Lindenberg.</p>
<p>Des Weiteren war er als Redakteur für viele Fernsehsendungen und -produktionen des NDR verantwortlich. 2010 beendete er seine hauptamtliche Tätigkeit als Redakteur beim NDR.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_K%C3%B6nigstein"><br />
<hr /><em>Dieser Eintrag basiert auf den gleichnamigen Artikel aus<br />
     der freien Enzyklopaedie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz<br />
     fuer freie Dokumentation. Unter diesem Link sind in der Wikipedia<br />
     der original Beitrag sowie eine Liste der Autoren verfuegbar.<br />
<hr /></em></a></p>
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		<title>Giulio Andreotti</title>
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		<pubDate>Mon, 06 May 2013 11:47:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politiker]]></category>
		<category><![CDATA[Privat]]></category>

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		<description><![CDATA[Giulio Andreotti, geboren am 14. Januar 1919 in Rom, gestorben in der Ewigen Stadt am 6. Mai 2013 war der wohl am meisten repräsentative und im positiven wie negativen Sinn typische katholisch-bürgerliche Politiker Italiens in der Nachkriegszeit. Er gehörte 33 Regierungen an und war siebenmal Premierminister. Dazu wurde 28mal vergeblich versucht, seine parlamentarische Immunität wegen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Giulio Andreotti, geboren am 14. Januar 1919 in Rom, gestorben in der Ewigen Stadt am 6. Mai 2013 war der wohl am meisten repräsentative und im positiven wie negativen Sinn typische katholisch-bürgerliche Politiker Italiens in der Nachkriegszeit. Er gehörte 33 Regierungen an und war siebenmal Premierminister. Dazu wurde 28mal vergeblich versucht, seine parlamentarische Immunität wegen Verdächtigungen betr. Beziehungen zur Mafia aufzuheben, beim 29. Mal gelang es, aber letztlich war es, nicht nur wegen Verjährungen, nicht möglich, ihm etwas wirklich Handfestes, zum Beispiel betreffend die Verdächtigung wegen eines Auftragsmordes, nachzuweisen. Die Dauerskandale um den international (z.B. bei Michael Gorbatschow) hoch angesehenen Andreotti und dessen Parteifreunde sowie das damalige italienische Parteienkartell trugen aber massgeblich zum Bedeutungsverlust der jahrzehntelangen Regierungspartei Democracia Christiana (DC) bei und ermöglichten indirekt den Aufstieg des später ähnlich von der Justiz gejagten und zum Teil zurecht, zum Teil zu Unrecht verdächtigten Silvio Berlusconi.</p>
<p>Giulio Andreotti verdankt seinen Aufstieg dem wohl angesehensten christdemokratischen Politiker seines Landes, dem „italienischen Adenauer“ Alcide de Gasperi (1886 – 1954), mit dem er ab 1944 zusammenarbeitete. Andreotti wäre indes nicht Andreotti gewesen, wenn er zur Zeit des Faschismus nicht gleichzeitig sowohl für wie auch gegen das System gearbeitet hätte. Umso stärker neigte er zum Widerstand, je mehr sich der Untergang Mussolinis als absehbar abzeichnete. Dabei war Andreotti trotz oder auch im Sinne seines sozusagen klassisch italienischen Profils wie längst vor ihm Nicolo Machiavelli keineswegs ein grundsatzloser Politiker. Wegleitend war für ihn, wenn auch gewiss in der „nötigen“ Flexibilität, die 1891, 1931 und nach dem 2. Weltkrieg bis Papst Johannes XXIII. konsistent ausgestaltete Soziallehre der katholischen Kirche nach den Prinzipien Subsidiarität, Freiheit („im Zweifelsfalle für die Freiheit“, in dubiis libertas) und Solidarität. Mit der Solidarität hielt er es durchaus immer wieder mal nach den Prinzipien des berühmten und eher zu Unrecht berüchtigten Machiavelli, etwa indem er seinen Gesinnungsgenossen und Parteifreund Aldo Moro, entführt durch die Terrorgruppe Rote Brigaden, im Sinne der Staatsräson opferte.</p>
<p>Giulio Andreotti war schon 1948 Mitglied der italienischen Verfassungsgebenden Versammlung, wurde ununterbrochens in Parlament gewählt und blieb noch nach jahrzehntelanger Tätigkeit ab 1992 Senator auf Lebenszeit, zuletzt in einer Fraktion von Parteilosen und tapferen Randständigen aus oberitalienischen Grenzgebieten. In Bezug auf seine lange politische Karriere wird er häufig als Urheber des Satzes „Die Macht reibt nur den auf, der sie nicht hat“, bezeichnet, welche Aussage zu einem brillanten Publizisten, der er auch noch war, durchaus passt. Der Satz stammt jedoch vom noch berühmteren französischen Diplomaten Charles-Maurice de Talleyrand (1754 – 1838), der es verstanden hat, von Ludwig XVI. über die Revolution bis zu Napoleon und der Restauration nach 1814 bis sogar nach der Juli-Revolution 1830 unter „Bürgerkönig“ Louis-Philippe immer im Machtgefüge obenaus zu schwimmen, ja sogar die entsprechenden Ströme massgeblich mitzugestalten. Ähnliches ist für italienische Verhältnisse Andreotti auch über eine lange Zeit seines Lebens gelungen. Die mehrheitlich positiven Einschätzungen fast aller ausländischen Politiker, die seine enorme diplomatische Erfahrung bewunderten, wie auch das Vertrauen der Päpste, das er so gut wie immer genossen hat, lassen es als nicht ausgeschlossen scheinen, dass er über alles gesehen besser war als er im allgemeinen von der internationalen Schreibzunft eingeschätzt wurde, nämlich nach dem Negativschema des typisch italienischen Machiavellisten. </p>
<p>Ob das Gericht der Geschichte ihn aber ganz im Gegenteil zum „positiven Machiavellisten“ stempeln wird, bleibt noch offen und weiteren Forschungen vorbehalten. Wie auch immer, er war so etwas wie ein genialer Zentrumspolitiker, und angesichts des Niedergangs christdemokratischer Parteien in Europa bleibt sein Ruf als der eines überdurchschnittlich fähigen Politikers wohl bis auf weiteres erhalten. Man hat mutmasslich schon schlimmeren Staatsmännern unterstellt, sie seien – trotz allem – in den Himmel gekommen. Insofern die schlimmsten Unterstellungen politischer Gegner nicht als erwiesen gelten können, bleibt dies – die Allwissenheit des göttlichen Ratschlusses vorbehalten – unter dem Blickwinkel der Ewigkeit nicht ausgeschlossen.</p>
<p>Pirmin Meier<br />
Historischer Schriftsteller<br />
Beromünster/Schweiz</p>
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		<title>Jürg Amann</title>
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		<pubDate>Sun, 05 May 2013 06:55:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Privat]]></category>
		<category><![CDATA[Schriftsteller]]></category>

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		<description><![CDATA[Jürg Amann, in Winterthur geboren am 70. Geburtstag von Hermann Hesse, am 2. Juli 1947, verstorben nach schwerer Krankheit am 5. Mai 2013, dem Tag von St. Gotthard, in Zürich, war ein für seine Generation und für seine Zeit repräsentativer Schweizer Schriftsteller. Während die 35. Solothurner Literaturtage dem Thema „Anfänge“ gewidmet waren, ging in Zürich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Jürg Amann, in Winterthur geboren am 70. Geburtstag von Hermann Hesse, am 2. Juli 1947, verstorben nach schwerer Krankheit am 5. Mai 2013, dem Tag von St. Gotthard, in Zürich, war ein für seine Generation und für seine Zeit repräsentativer Schweizer Schriftsteller.</p>
<p>Während die 35. Solothurner Literaturtage dem Thema „Anfänge“ gewidmet waren, ging in Zürich auf offensichtlich wenig erhabene Weise das Leben eines Poeten zu Ende, dessen Vater nebst der Ausübung des Buchdruckergewerbes selbst schon gedichtet hatte: Jürg Amann. Dem Autor, einstigem Bachmann-Preisträger von Klagenfurt (1982 für „Rondo“), war es vor einigen Jahren beschieden, auch dank seiner bevorzugten Stellung im Alphabet, als erster eine Erklärung der Schweizer Schriftsteller gegen die Entstellung ihrer Texte bei Neuauflagen gemäss der ungeliebten Orthographiereform zu unterzeichnen. Im Zürcher Zunfthaus zur Waage stellte der Autor im Schosse der sprachbewussten „Schweizer Orthographischen Konferenz“ seinen Sinn für sprachliche Differenzierungen unter Beweis. Unter kollegialen Gesichtspunkten war die Begegnung mit ihm nicht minder berührend. Die Gesichtszüge des etwa Sechzigjährigen wirkten fein, beinahe jungenhaft. Sie waren noch nicht durch Anzeichen einer Krankheit entstellt. Die Bezeichnung „Poet“ war seinem Erscheinungsbild am angemessensten. Dabei hat er nur in bescheidenem Umfang Gedichte veröffentlicht, etwa: „Über die Liebe wäre wieder zu sprechen“ (1994).</p>
<p>Jürg Amann gehört zu einem Trio männlicher Schweizer Autoren, die, geboren am 11. Oktober 1946 (E. Y. Meyer), am 13. Februar 1947 (Urs Faes) und am 2. Juli 1947 (J. A.), schon vor 30 bis 40 Jahren einen ersten literarischen Durchbruch geschafft haben. In der Zwischenzeit haben alle drei die härteren Seiten des Schriftstellerberufs erfahren: Verrisse, partielle Erfolglosigkeit und eher bescheidenes Einkommen gehörten mit dazu, trotz einem anhaltend beachtlichen Renommee. Der vom Literaturpreis seines Heimatkantons Aargau konstant ausgeschlossene Suhrkamp-Autor Faes wurde mit dem hoch einzuschätzenden Solothurner Literaturpreis ausgezeichnet; E.Y. Meyer vom PEN-Club immerhin für den Nobelpreis vorgeschlagen, wovon er sich zwar nichts kaufen kann; Jürg Amann, dessen Ableben man in der literarischen Öffentlichkeit der Schweiz nicht erwartet hat, kann nächstes Jahr in Solothurn allenfalls noch postum geehrt werden. Eine angemessene Würdigung durch Fachleute und Freunde wäre eher angebracht als irgendeine Subvention für das Werk eines Verstorbenen. Sowohl für Literatur-Grossmutter Erica Pedretti (Eidgenössischer Buchpreis) als auch für den unverwüstlich formstarken Franz Hohler (Solothurner Literaturpreis) wäre der nunmehr Verstorbene eine veritable Alternative gewesen. </p>
<p>Wie E. Y. Meyer und Urs Faes war Jürg Amann ferner durch einen nichtakademischen kleinbürgerlichen familiären Hintergrund geprägt, wiewohl sein Vater auch schon geschrieben hatte. Wesentlich für seine formale und literarhistorische Schulung als Autor waren die Studienjahre in Zürich bei literarischen Koryphäen wie Emil Staiger (Amanns Doktorvater), Max Wehrli, Wolfgang Binder und dem jungen Peter von Matt, Staigers Assistent zu Amanns Studienzeit. Germanistik-Legende Staiger verkörperte in den Jahren um 1968 nicht mehr wie früher eine unangefochtene Autorität. Besonders seine umstrittene Rede gegen pornographische und sozialkritische Autoren von 1966 mit der berüchtigten Frage „In welchen Kreisen verkehren Sie?“ verhielt sich zur Mentalität der 68er wie die Faust aufs Auge. Unbeschadet dessen blieb der durch Assistent von Matt verstärkte wie auch gedämpfte Staiger ein lebenslang prägender Lehrer von sprachlich unvergleichlichem Potential. Dass künftige Schriftsteller wie Hermann Burger (1942 – ?1989) und Jürg Amann, beide je an Hesses 2. Juli geboren, wie unser exzellentester Schweizer Essayist Peter von Matt Staiger-Schüler waren, bedeutete für einen jeden von ihnen eine Förderung, die sich in der späteren Laufbahn geflissentlich als Qualitätsunterschied manifestierte. Die Abgrenzung vom Meister gehörte dazu. Dies galt speziell für den Germanisten aus Winterthur.</p>
<p>Jürg Amann hat sich in seiner Doktorarbeit und noch in späteren Studien mit Franz Kafka befasst, nach Studienabschluss nachdrücklich mit Robert Walser, über den er mehrere beachtete Bücher schrieb. Dass er sich von der Meisterschaft Kafkas und Walsers auch als Autor direkt beeinflusst zeigte, wurde für ihn anfänglich ein „Wettbewerbsvorteil“, mit der Zeit aber eher eine Hypothek. Robert Walser wurde bei den Schweizer Autoren der Generation Jürg Amanns nicht immer mit hoher Glaubwürdigkeit zur Leitfigur erhoben, was für die Rezeption des bedeutenden „kleinen“ Autors gut war, aber nur bedingt gut für die Weiterentwicklung der Schweizer Gegenwartsliteratur. „Das plötzliche Schweigen des Robert Walser“, das erste, bei Sauerländer in Aarau erschienene Buch zum Thema von Jürg Amann, war aber wohl nebst der Robert-Walser-Erzählung „Eine entfernte Ähnlichkeit“ von E.Y. Meyer eine bemerkenswerte Publikation zur Schweizer Robert-Walser-Renaissance. </p>
<p>Frappierend berührt es, mit welchem Furor Jürg Amann in den letzten Jahren seines Lebens gleichsam in einem Wettlauf mit dem Tod noch und noch Romane, Erzählungen , Novellen und Reflexionstexte veröffentlicht hat, so „Nichtsangst. Fragmente auf Tod und Leben“ (2009), „Die kalabrische Hochzeit“ (2009), „Die Reise zum Horizont“ (2010), der 2012 als dtv-Taschenbuch erschienene Auschwitz-Monolog „Der Kommandant“ (über Lagerchef Höss), „Die Briefe der Puppe“ (2011), „Letzte Lieben“ (2011), „Das Lied von Schein und Sein“ (2012) sowie den Hölderlin-Hegel-Schelling-Roman „Wohin denn wir“ (2012) und aus letzter Verzweiflung zu meiner persönlichen Verlegenheit noch eine „Autobiographie“ von Jesus Christus unter dem Titel „Vater, warum hast du mich verlassen?“ (April 2013). Für ein Gelingen der letzten Arbeiten waren die Voraussetzungen nicht mehr gegeben. Die ausschliesslich diesem Thema zu widmenden Lebensjahre, um sich die nötigen Grundlagen zu erarbeiten, waren bei Jürg Amann nicht vorhanden.</p>
<p>Trotzdem bleibt beeindruckend, wie Schweizer Schriftsteller einer Generation, die vor 40 bis 50 Jahren Bindungen hinter sich gelassen haben, wie der sprachgewaltige Geschichtenerzähler Hansjörg Schneider („Jesus auf dem Kleinhüninger Ryff“; „Jesus und die drei Mareien“) und wie der vor seinem Ableben in dieser Sache verloren-hilflose Jürg Amann sich als ältere Männer der Gestalt des Nazareners stellen. Gültiges über Jesus, einfach so intuitiv und ohne jahrelange Auseinandersetzungen, brachten unter den Literaten Hölderlin und vielleicht Clemens Brentano zustande, unter den Filmemachern am ehesten der Italiener Pier Paolo Pasolini.</p>
<p>Die religiöse Problematik klingt bei Jürg Amanns vor zehn Jahren erschienenem Prosaband „Mutter töten“ überzeugend an. Es ist leichter, den Abschied von einer Mutter in religiöser Spiegelung, in diesem Fall der sieben letzten Worte Jesu am Kreuz (womit Amann Kritiker irritierte), literarisch zu gestalten, als ein Leben Jesu zu bewältigen. Dieser Versuch war mit Bestimmtheit mehr als die dem Autor in einem Verriss vorgeworfene „Devotionalienpoesie“. Dem Mutter-Thema ist auch Amanns meistgerühmte, in Klagenfurt ausgezeichnete Novelle „Rondo“ gewidmet. Im Vergleich zu Hermann Burgers Mutterblasphemien („Die künstliche Mutter“) berühren Jürg Amanns Muttergeschichten als haltbare Texte, sie sind allenfalls auch für die Schullektüre geeignet.</p>
<p>Kritiker Marcel Reich-Ranicki rühmte dem Prosastück „Rondo“ die „Beschränkung auf genaue Beschreibung“ nach. Ein Thema dabei ist die Scham, welche den Sohn beim Entkleiden der Mutter überkommt. Dies scheint subtiler gelungen als die von Jürg Amann ebenfalls unternommenen Versuche auf dem Feld der Pornographie. Auf diesem Gebiet mag er sich mithin betätigt haben, um sein Verständnis von Literatur gegenüber demjenigen seines Lehrers Emil Staiger abzugrenzen. Leicht verlegen, wie ein Schüler vor ältlichen Lehrerinnen, soll er in St. Gallen aus seiner „Pornographischen Novelle“ (2005) vorgelesen haben. </p>
<p>Zum letztveröffentlichten Produkt dieser Textsorte, der Geschichte „Eskalation der Zärtlichkeit“ aus „Letzte Lieben“ (2011), monierte Klaus Hübner im „Schweizer Monat“ „Hardcore-Pornographie“, welcher jedoch im Ganzen des Erzählbandes ein passender Stellenwert zukomme. Die im Internet veröffentlichten Textproben aus der „Pornographischen Novelle“ bestätigen, analog einem Auszug aus einem Pornofilm, dass Amann hier nichts zu bieten hat, zumal nicht im Vergleich zu homosexuellen Autorenkollegen, deren pornographisches Schaffen entweder dokumentarisch oder dann, von der Absicht her, „emanzipatorisch“ noch Bedeutung beansprucht. Gelingende Pornographie, vermerkte vor 50 Jahren in einem Fachbuch zum Thema der Publizist William S. Schlamm (1904 – –1978), erfordere Freude an einer echt schweinischen Mentalität und Gesinnung. Es wird mir wohl nicht als üble Nachrede gegen einen verstorbenen Kollegen ausgelegt, wenn ich ihm diese Eigenschaften nicht attestieren mag.</p>
<p>So wie für eine Jesus-Biographie etwas von den Begabungen eines Meister Eckhart, Kierkegaard, Dostojewskij und Pasolini (der sogar das pornographische Metier beherrschte) erforderlich wäre wie zusätzlich religiöses Genie, wie es dem Jürg Amann teilweise geistesverwandten Clemens Brentano zukam, so vermochte der einstige Bachmann-Preisträger mit echten Pornographen wie Henry Miller und Marquis de Sade nicht mitzuhalten. Auch beim Thema Auschwitz gehört er wohl eher nicht zu den unentbehrlichen Autoren, wiewohl seine Redaktionsleistung mit den Aufzeichnungen des Lagerkommandanten Höss als Grundlage für einen Sprechtext beeindruckend ist. Von dem da und dort zur Schullektüre befohlenen Auschwitz-Schund etwa in der Art von „Der Vorleser“ hielt sich Amann auf exemplarische Weise fern.</p>
<p>Waren die letzten Werke von Jürg Amann beinahe unter Ausschluss der Öffentlichkeit nur noch an ein kleineres Publikum gelangt, bewirkte die Nachricht vom Ableben des in Solothurn Vergessenen ein gegenüber diesem Autor seit Jahren nicht mehr vernehmliches Medienecho. Einen schönen Schluss zum Nachruf auf einen liebenswürdigen Menschen, auch hochbegabten und gelehrten Sprachkünstler fand Roman Bucheli in der „Neuen Zürcher Zeitung“. Die beiden letzten Sätze aus der ersten Version des Nekrologs, ein Zitat des Verstorbenen enthaltend, lauten:<br />
In seinen Reflexionen auf das Sterben und den Tod unter dem Titel «Nichtsangst» (2008) steht der berührende Satz: «Das Schrecklichste am Tod: dass man die Musik nicht mehr wird hören können.» Die Literatur war für ihn eine andere Form der Musik. In seinen besten Texten wurde seine Sprache zur Wortmusik.</p>
<p>Dr. phil. Pirmin Meier<br />
Autor<br />
Beromünster</p>
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		<title>Jean-Louis Ruffieux</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Apr 2013 16:33:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Künstler]]></category>
		<category><![CDATA[Privat]]></category>

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		<description><![CDATA[Jean-Louis Ruffieux, geboren am 24. Juni 1947 im üchtländischen Freiburg, verstorben nach längerer Krankheit am 28. April 2013 in Lenzburg (Aargau), war ein Schweizer Kunstschaffender, der seine Meisterschaft als Steinmetz und Holzbildhauer erreichte. Geboren wurde Jean-Louis Ruffieux am Johannistag des Jahrhundertsommers 1947 in Fribourg. In dieser Stadt wirkte zeitweilig der Humanist Agrippa von Nettesheim, welcher [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Jean-Louis Ruffieux, geboren am 24. Juni 1947 im üchtländischen Freiburg, verstorben nach längerer Krankheit am 28. April 2013 in Lenzburg (Aargau), war ein Schweizer Kunstschaffender, der seine Meisterschaft als Steinmetz und Holzbildhauer erreichte. </p>
<p>Geboren wurde Jean-Louis Ruffieux am Johannistag des Jahrhundertsommers 1947 in Fribourg. In dieser Stadt wirkte zeitweilig der Humanist Agrippa von Nettesheim, welcher über die Naturmagie von Stein und Holz philosophiert hat. Die bekanntesten einheimischen Künstler hiessen Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle; sehr populär war der Autorennfahrer Jo Siffert; noch voller Schaffenskraft erfreut sich der in Fribourg geborene Komponist Carl Rütti (*1949), dessen Klänge im Heiligtum Saint-Michel am Grabe des katholischen Reformers Petrus Canisius auch schon zu vernehmen waren. Dem Bildhauer Jean-Louis Ruffieux verdanken wir die Platzgestaltung vor dem Collège Saint-Michel, Fribourgs voruniversitäter Traditionsschule. </p>
<p>Im Zusammenhang mit diesem und anderen Plätzen vermerkte der Künstler: „Skulpturen sind für mich ein Mittel, den Charakter eines Raumes herauszuschälen und zu intensivieren. Ein Raum, der vieles sein kann: ein grosser öffentlicher Platz genauso wie ein schmucker kleiner Garten.“ Das Kunstwerk in Fribourg, zusammengesetzt aus 6 Blöcken, stellt die Wurzeln einer Robinie (Rosskastanienbaum) dar, die den Asphalt durchdringen. Der höchste Block, durchbrochen von einer Öffnung, heisst „Goldene Tür“. Ein weiterer Block heisst „Zenith“. Er befindet sich in gleichem Abstand zur Kirche St. Michael und zum Schulgebäude, womit der ehemalige Abiturient der Schule die katholische Synthese von Glauben und Wissen symbolisieren wollte. Drei Wurzeln laufen gegen den „Zenith“ zusammen. Der letzte Block, auf der rechten Seite – vom Kanisius-Gässchen aus gesehen – wird „der Einsame“ genannt. So wollte sich der Bildhauer verstanden wissen, ein wenig abgerückt von der übrigen Welt.</p>
<p>Dem Nekrolog des Lenzburger Kulturpublizisten Heiner Halder in der Aargauer Zeitung entnehmen wir zu Leben und Werk von Ruffieux die folgenden Details:<br />
„Der eidgenössisch diplomierte Bildhauer, der ‚Sculpteur‘, wie sich der Künstler welscher Abstammung bevorzugt nannte, war keineswegs ein weltabgewandter Einzelgänger. Der lebensfrohe, liebenswürdige Mitbürger mit dem charmanten französischen Akzent pflegte die Geselligkeit und das gute Gespräch bei einem Glas Roten. Er war 1983 Gründer und bis zuletzt inspirierender Exkursionsleiter der Kunstgesellschaft Lenzburg.</p>
<p>Jean-Louis Ruffieux kam am 24. Juni 1947 in Fribourg zur Welt. Die Jugend verbrachte er mit drei älteren Schwestern in Le Brassus und Granges im Waadtland. Er absolvierte eine Lehre als Steinbildhauer und besuchte die Kunstgewerbeschulen in Zürich und Bern. In Basel erwarb er die eidgenössische Meisterprüfung und fand bei der Firma Gerodetti AG eine erste Anstellung.<br />
1977 machte er sich selbstständig. Der Ehe mit Jeanine Ritter entsprossen die Kinder Micheline und Jean-Daniel. Neben dem Beruf erfreute er sich an Musik, organisierte Konzerte im Atelier und unternahm Studienreisen in die Steinwüsten Sinai in Ägypten und im Negev in Israel, wobei er auch Hebräisch lernte.</p>
<p>Obwohl er sich in seiner bescheidenen Art nie aufdrängte, liess Jean-Louis Ruffieux die Öffentlichkeit an seinem Schaffen teilhaben. Im Laufe der Jahrzehnte präsentierte er seine Werke landesweit an 50 Ausstellungen, 15 davon in Lenzburg. Regelmässig lud er in seine Werkstätten, vor allem seit er 1999 in der «chapelle» sein Traum-Atelier an der Othmarsingerstrasse in Lenzburg erwerben konnte.</p>
<p>Es grenzte fast an ein Wunder, wie Ruffieux dazu kam – umso mehr, als es um eine Kapelle ging. Das hinter hohen alten Thuyabäumen versteckte Kirchlein der Katholisch-Apostolischen Gemeinde liess sich mit sanften Eingriffen in ein Refugium einrichten, wo der Bildhauer unter dem Sternenhimmel des Chores spirituell inspiriert den Stein behaute, das Holz bearbeitete, im Versammlungsraum und auf der Galerie die Werkgruppen präsentierte und in der Sakristei Besuch empfing.</p>
<p>‚Inspiration in Bilder hauen‘, beschrieb Ruffieux seine Vorgehensweise, um den Stein zum Leben zu erwecken. Mit der harten Materie zu arbeiten, bedeutete für ihn, zuerst seinen Charakter zu studieren und dann Strukturen herauszuschälen: Rippen, Adern, Flüsse; harte Einschlüsse hervorzuheben, weiche herauszuschlagen. Bewegungen, die der Stein vorgibt, aufzunehmen und zu verstärken. Dieses ‚Markenzeichen‘ wurzelt in einem Anatomiestudium.<br />
Zum Oeuvre gehören auch die streng geometrischen Formen aus glänzend schwarzem Granit, dem Nero assoluto, welche ihre Farbe durch Polieren offenbaren. Die schlanken weissen Stelen setzen den Kontrast zu den kantigen und doch schwungvollen Schaustücken. Allen Werken ist eigen, dass der Künstler mit knappen Eingriffen Akzente setzt und dem harten Stein eine verblüffende Weichheit und Leichtigkeit gibt.</p>
<p>In den letzten Jahren entdeckte der Steinmetz den Werkstoff Holz: Mit 350-jährigen portugiesischen Olivenbäumen, deren knorrigen Knörzen mit Kröpfen, Verwachsungen, Schrunden und Wunden schuf er mit seiner subtilen Behandlung goldfarbige originelle Skulpturen.“</p>
<p>Soweit Lenzburgs Chronist Heiner Halder. 2004 durfte der Schreibende mit Bildhauer Ruffieux vor der Stadtkirche die Ausstellung „Kunst auf dem Kirchplatz“ vorbereiten. Der mit mir gleichaltrige Jean-Louis Ruffieux war für mich in Lenzburg eine heimatliche Saftwurzel. Er verband die magischen Traditionen des schon zu prähistorischen Zeiten attraktiven  „Kraftortes“ Lenzburg mit Weltläufigkeit, wovon seine zahlreichen Ausstellungen, u.a. auch in Krakau/Polen, Zeugnis ablegen. In seinem Atelier spürte man den Ultraschall des Unsichtbaren.<br />
Eine für Jean-Louis Ruffieux charakteristisches Bekenntnis: „Die Erde ist ein grosser, dickflüssiger Tropfen mit einem Kern und aussenherum mit einer abgekühlten Kruste aus Steinmaterial, dem Boden, auf dem wir leben.“ Meine einführende Ansprache zur Ausstellung „Kunst auf dem Kirchplatz“ im Sommer 2004 stand unter dem Motto: „Das Herz erkaltet nicht im Stein.“ Die Stein-Werke des Künstlers sind geblieben. Sie hinterlassen die Ahnung eines pulsierenden Herzens.</p>
<p>Dr. phil. Pirmin Meier<br />
Historischer Schriftsteller<br />
Beromünster/Schweiz</p>
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		<title>Richie Havens</title>
		<link>http://www.portal-der-erinnerung.de/2013/04/22/richie-havens/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Apr 2013 06:32:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musiker]]></category>

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		<description><![CDATA[Richard Pierce „Richie“ Havens (* 21. Januar 1941 in Brooklyn, New York City; † 22. April 2013 in Jersey City, New Jersey) war ein US-amerikanischer Folk-Sänger. Geboren wurde Richie Havens als ältestes von neun Kindern in Bedford-Stuyvesant, einem Bezirk von Brooklyn, in eine Künstlerfamilie. Sein Vater war Pianist. Beginnend mit vierzehn Jahren sang Richie Havens [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Richard Pierce „Richie“ Havens (* 21. Januar 1941 in Brooklyn, New York City; † 22. April 2013 in Jersey City, New Jersey) war ein US-amerikanischer Folk-Sänger.</p>
<p>Geboren wurde Richie Havens als ältestes von neun Kindern in Bedford-Stuyvesant, einem Bezirk von Brooklyn, in eine Künstlerfamilie. Sein Vater war Pianist. Beginnend mit vierzehn Jahren sang Richie Havens in verschiedenen Gospel-Formationen, unter anderem bei den McCrea Gospel Singers, was seinen späteren Stil als Musiker stark beeinflusste. Außer seiner Begeisterung für die Musik zeigte Havens auch ein Talent zum Maler, das er als Porträtzeichner in den Straßen von Greenwich Village einige Jahre dazu nutzte, seinen Lebensunterhalt zu verdienen.</p>
<p>Dort in Greenwich Village war Richie Havens regelmäßig in der Folk-Szene anzutreffen, die auch andere berühmte Sänger wie Joan Baez und Bob Dylan hervorbrachte. Als Schwarzer war er auf dem von Weißen dominierten Gebiet des Folk eine Ausnahme.</p>
<p>Seine ersten beiden Alben hatte er beim britischen Musiklabel Douglas herausgebracht. Durch seinen Auftritt beim Woodstock-Festival gelangte er dann zu plötzlicher Berühmtheit. Um 17:07 eröffnete er das Festival. Die ganze Zeit über erhielt er Beifall, er spielte so lange Zugaben, bis ihm die Songs ausgingen. Darauf entschloss er sich, eine Version des Spirituals Motherless Child (engl., sinngemäß für Kind ohne Mutter) zu improvisieren, der er eine Strophe, bei der er immer wieder das Wort Freedom (engl. für Freiheit) wiederholte, hinzufügte. Dieser Song wurde ein internationaler Hit. Die Darstellung im Film Woodstock, Havens habe insgesamt 3 Stunden gespielt, ist jedoch falsch. Tatsächlich spielte er 11 Songs in 45 Minuten.</p>
<p>Weiterhin wurde Havens durch die Interpretation von Songs anderer Künstler bekannt, vor allem von Bob Dylan und The Beatles. Obgleich er selbst relativ viele Lieder schrieb, feierte er seine größten Erfolge meistens mit diesen Interpretationen. So auch mit der 1980er Coverversion des Lamont-Dozier-Songs Going back to my roots.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Richie_Havens"><br />
<hr /><em>Dieser Eintrag basiert auf den gleichnamigen Artikel aus<br />
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		<title>Vivi Bach</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Apr 2013 06:27:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Funk + Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Sänger]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspieler]]></category>

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		<description><![CDATA[Vivi Bach (eigentlich Vivi Bak, auch Vivienne Bach; * 3. September 1939 in Kopenhagen; † 22. April 2013 in Santa Eulària, Ibiza, Spanien) war eine dänische Sängerin, Schauspielerin, Fernsehmoderatorin und Schriftstellerin. Schon als Kind begeisterte sich die Bäckerstochter für Singen und Tanzen – so trat sie als Gymnasiastin in einem Jazzkeller auf. Nach der Schule [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vivi Bach (eigentlich Vivi Bak, auch Vivienne Bach; * 3. September 1939 in Kopenhagen; † 22. April 2013 in Santa Eulària, Ibiza, Spanien) war eine dänische Sängerin, Schauspielerin, Fernsehmoderatorin und Schriftstellerin.</p>
<p>Schon als Kind begeisterte sich die Bäckerstochter für Singen und Tanzen – so trat sie als Gymnasiastin in einem Jazzkeller auf. Nach der Schule begann Bach eine Ausbildung zur Maskenbildnerin, brach diese aber ab und nahm Gesangs- und Schauspielunterricht. Eine erste Tournee als Sängerin einer Band folgte. In Kopenhagen wurde sie für kleinere Theaterrollen engagiert, die in der Presse positiv aufgenommen wurden.</p>
<p>1956 erhielt Bach ihre erste Filmrolle, der bald weitere folgten. Auch in Deutschland wurde man auf die junge Dänin aufmerksam; zusammen mit Hans-Joachim Kulenkampff trat sie 1959 erstmals in einem deutschen Film auf. Es folgten vor allem seichte Musikfilme, in denen sie unter anderem an der Seite von Peter Alexander, Rex Gildo, Bill Ramsey, Fred Bertelmann und Gus Backus spielte. Außerdem trat sie in einigen internationalen Filmen wie dem Italowestern Die letzten Zwei vom Rio Bravo (Le Pistole non discutono, 1964) auf.</p>
<p>Bachs deutsche Gesangskarriere begann 1960 mit einem Duett mit Rex Gildo bei Electrola; im selben Jahr wechselte sie jedoch zu Philips, wo mit ihr bis 1964 elf Platten veröffentlicht wurden. Am erfolgreichsten wurde erneut ein Duett, diesmal mit Gerhard Wendland: die deutsche Version des US-Hits „Hey Paula“ von Paul &#038; Paula trug den Titel „Hey Vivi – Hey Gerhard“. Es wurde Bachs einziger Titel, der sich in der deutschen Hitparade platzieren konnte. Auch der 1965 erfolgte Wechsel zu Ariola brachte keine Chart-Erfolge.</p>
<p>Ein völliger Misserfolg wurde der Versuch, eine eigene Filmfirma zu gründen. Bach produzierte den Krimi Das Geheimnis der roten Quaste, der zum Flop wurde. Das Positive an diesem Unternehmen war das Zusammentreffen mit dem Schauspieler Dietmar Schönherr, den sie 1965 heiratete. Mit ihm drehte sie anschließend noch zwei Filme: Ein Ferienbett mit 100 PS und Blonde Fracht für Sansibar. Auch in der Folge Kampf um die Sonne der Science-Fiction-Serie Raumpatrouille war sie an der Seite Schönherrs zu sehen. In erster Ehe war Bach mit dem Wiener Heinz Sebeck verheiratet gewesen.</p>
<p>Gemeinsam mit Schönherr begann Bach eine neue Karriere als Fernsehmoderatorin. Mit den Fernsehserien Gala-Abend der Schallplatte und 24 Folgen der Spielshow Wünsch Dir was (1969–1972) wurde die „dänische Bardot“ zu einem Fernsehliebling Deutschlands. Erfolg hatte sie 1969 auch an der Seite von Luis Trenker und Toni Sailer in der Unterhaltungsserie Luftsprünge.</p>
<p>1973 produzierte der WDR eine Personality-Show unter dem Titel Vivat Vivi, in der Bach sich zwar sehr vielseitig zeigte, die letztlich aber keinen Erfolg hatte. 1976 veröffentlichte Bach ihre letzte Schallplatte, ein Duett mit Dietmar Schönherr, danach zog sie sich ins Privatleben zurück.</p>
<p>Später arbeitete sie als Malerin, Illustratorin und Autorin von Kinderbüchern und unterstützte Schönherr bei seinen vielseitigen sozialen Engagements. Mit ihm zusammen lebte sie seit 1990 in Santa Eulària auf Ibiza, wo sie am 22. April 2013 an Herzversagen verstarb.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vivi_Bach"><br />
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		<title>Elisabeth Scherer</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Apr 2013 06:30:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schauspieler]]></category>

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		<description><![CDATA[Elisabeth Scherer (* 30. Juli 1914 in Köln; † 18. April 2013 ebenda) war eine deutsche Schauspielerin und Hörspielsprecherin. Von 1930 bis 1933 besuchte Elisabeth Scherer die Städtische Schauspielschule Köln und die Mary-Wigman-Schule. Zunächst am Theater erfolgreich, zählte Scherer später zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Fernsehens. Meist spielt sie derbe, teils ordinäre, meist frivole [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Elisabeth Scherer (* 30. Juli 1914 in Köln; † 18. April 2013 ebenda) war eine deutsche Schauspielerin und Hörspielsprecherin.</p>
<p>Von 1930 bis 1933 besuchte Elisabeth Scherer die Städtische Schauspielschule Köln und die Mary-Wigman-Schule.</p>
<p>Zunächst am Theater erfolgreich, zählte Scherer später zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Fernsehens. Meist spielt sie derbe, teils ordinäre, meist frivole ältere Damen und sorgt so für unterhaltsame Kurzauftritte. Für ihre Rolle als „Lilli“ in Til Schweigers Jetzt oder nie – Zeit ist Geld (mit Corinna Harfouch, Martin Semmelrogge, Ingrid von Bothmer und Til Schweiger) wurde sie gemeinsam mit ihren Filmpartnerinnen Christel Peters (Meta) und Gudrun Okras (Carla) 2000 mit dem Ernst-Lubitsch-Preis ausgezeichnet.</p>
<p>Auch in mehreren Hörspielen trat sie auf, so beispielsweise 1951 unter der Regie von Eduard Hermann als Steve Temple in dem Paul-Temple-Mehrteiler Paul Temple und der Fall Curzon von Francis Durbridge. Ihre Partner waren u. a. René Deltgen, Herbert Hennies, Kurt Lieck, Heinz von Cleve und Peter René Körner.</p>
<p>Elisabeth Scherer war drei Mal verheiratet (u. a. mit René Deltgen) und hatte fünf Kinder sowie sieben Enkelkinder und einen Urenkel. Der Sohn Matthias Deltgen wurde wie seine Eltern Schauspieler, wie auch ihr Sohn Daniel Werner.</p>
<p>Elisabeth Scherer verstarb im Alter von 98 Jahren friedlich in ihrer Kölner Wohnung. Ihre Urne wird auf dem Melaten-Friedhof beigesetzt.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_Scherer"><br />
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		<title>Eralp Uzun</title>
		<link>http://www.portal-der-erinnerung.de/2013/04/11/eralp-uzun/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Apr 2013 07:16:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schauspieler]]></category>

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		<description><![CDATA[Eralp Hüseyin Uzun (* 2. Juli 1981 in Berlin; † 11. April 2013 ebenda) war ein deutscher Schauspieler türkischer Abstammung. Bereits mit 16 Jahren war Eralp Uzun auf der Kinoleinwand zu sehen: In Nachtgestalten (1998) von Andreas Dresen. Danach spielte er regelmäßig in verschiedenen Fernsehserien als Gast, zum Teil in Episodenhauptrollen. Darunter in Lisa Falk [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eralp Hüseyin Uzun (* 2. Juli 1981 in Berlin; † 11. April 2013 ebenda) war ein deutscher Schauspieler türkischer Abstammung.</p>
<p>Bereits mit 16 Jahren war Eralp Uzun auf der Kinoleinwand zu sehen: In Nachtgestalten (1998) von Andreas Dresen. Danach spielte er regelmäßig in verschiedenen Fernsehserien als Gast, zum Teil in Episodenhauptrollen. Darunter in Lisa Falk (1998), Sternenfänger (2002), Unser Charly (2004), Abschnitt 40 (2006), Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei (2008, 2010).</p>
<p>Erste Theatererfahrungen sammelte er im Jahr 2000 beim Berliner Jugendtheater Strahl in Figaros Hochzeit in der Rolle des Figaro. Danach spielte er in der JugendTheaterWerkstatt Spandau. Hier besetzte ihn Regisseur Carlos Manuel in Hauptrollen: Peer Gynt (2001; im Programm der Berliner Festspiele 2002), Nachtasyl (2004), Die Brüder Karamasow (2006).</p>
<p>Er spielte die Serienhauptrolle Cemil „Jimmy“ Arkadas in der Comedyserie Alle lieben Jimmy (2006–2007), die für den Deutschen Fernsehpreis (2006), die Rose d’Or, den Prix Europa und sogar für den International Emmy, den Fernseh-Oscar in den USA (alle 2007) nominiert war. Nach der Serie gab es für Eralp Uzun eine tänzerische Herausforderung: Er nahm an der zweiten Staffel von Let’s Dance teil, in der er einen Langsamen Walzer und eine Rumba präsentierte.</p>
<p>Uzun wirkte in mehreren Kinofilmen mit, so etwa in der tabulosen Berlin-Satire Schwarze Schafe (2006). Zwischen der Polizei und einem afghanischen Drogenkartell stand er als Sohn eines Großdealers in Kopf oder Zahl (2009). In Straight (2008) war er in eine turbulente Dreierbeziehung im multikulturellen Berlin-Neukölln verwickelt. Der Film sorgt auf Filmfestivals (u. a. in den USA) für Furore. In der Kinokomödie Evet, ich will! (2009) spielte er einen homosexuellen Kfz-Mechaniker, der zwischen der Kultur seiner Herkunft und seinem deutschen Freund steht.</p>
<p>Eralp Uzun spielte im Mai 2008 in Recklinghausen Theater (Ruhrfestspiele). Im Theaterstück Goldener Westen (True West) war er Austin, eine der beiden Hauptfiguren. Das Stück schrieb der US-amerikanische Dramatiker und Schauspieler Sam Shepard Anfang der 1980er-Jahre. Regisseur der Inszenierung ist Frank Hoffmann, Intendant des Théâtre National du Luxembourg. Von September 2008 bis Januar 2009 war Eralp Uzun in dieser Rolle am Berliner Renaissance-Theater zu sehen.</p>
<p>Am 11. April 2013 wurde Uzun in der Wohnung seiner Eltern in Berlin tot aufgefunden. Die Todesursache ist noch unklar.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eralp_Uzun"><br />
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		<title>Margaret Thatcher</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Apr 2013 11:49:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politiker]]></category>
		<category><![CDATA[Privat]]></category>

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		<description><![CDATA[Margaret Thatcher, geboren am 13. Oktober 1925 in Grantham, Lincolnshire, als Tochter eines Kleinwarenhändlers, gestorben am 8. April 2013 in London an den Folgen eines Schlaganfalls, war mit einer Amtszeit von 11 Jahren und 213 Tagen die am längsten amtierende politische Person im Amt des Premierministers des Vereinigten Königreichs, zugleich die umstrittenste demokratisch legitimierte Politikerin [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Margaret Thatcher, geboren am 13. Oktober 1925 in Grantham, Lincolnshire, als Tochter eines Kleinwarenhändlers, gestorben am 8. April 2013 in London an den Folgen eines Schlaganfalls, war mit einer Amtszeit von 11 Jahren und 213 Tagen die am längsten amtierende politische Person im Amt des Premierministers des Vereinigten Königreichs, zugleich die umstrittenste demokratisch legitimierte Politikerin der Neuzeit. Ihr aussergewöhnliches Profil wie auch die heftigen Diskussionen um ihren geschichtlichen Rang nach ihrem Ableben rechtfertigen auf dieser Seite eine Würdigung. Dabei werden ihr Verhältnis zu Deutschland erörtert wie auch die Problematik eines beschimpfenden Gedenkens, das sogar in der biederen Schweiz stattfand. Die Neue Zürcher Zeitung beeilte sich, ein bierseliges Anstossen auf den Tod der Politikerin zurückzuweisen. </p>
<p>Margaret Thatcher wurde als Margaret Hilda Roberts in ein frommes methodistisches Elternhaus im nördlichen Mittelengland geboren. Der Vater betätigte sich nebst dem Broterwerb als Ladenbesitzer als Prediger und in der Lokalpolitik. Nach den Schulen in der Heimat studierte die junge Frau in Oxford Chemie. Im letzten Jahr des Studiums fertigte sie bei der späteren Nobelpreisträgerin Dorothy Hodgkin eine Abschlussarbeit über Röntgenkristallografie eines Antibiotikums an. Vier Jahre arbeitete sie als Chemikerin in der Industrie. Die Herkunft einerseits aus einer Familie mit Predigt-Engagement und das naturwissenschaftliche Studium andererseits markieren eine interessante Parallele mit der zweiten europäischen Spitzenpolitikerin erster Kategorie der gegenwärtigen Zeitgeschichte: Bundeskanzlerin Angela Merkel.</p>
<p>Typisch für Thatcher und gegenüber Merkel abgrenzend ist jedoch die frühe Prägung ihres politischen Bewusstseins und das nachgerade sture Festhalten an dem, was sie einst als richtig erkannt zu haben glaubte. Ihr Bild von Deutschland, bekannte sie 1990, sei nun mal 1942 geprägt worden. Ausserdem gehörten mittelständische eiserne Sparsamkeit im Haushalt, unbeirrte Ablehnung von jeder Anwandlung von Sozialismus (nach dem Vorbild von Winston Churchill) und das in Grossbritannien traditionelle gute Gewissen beim Führen von Kriegen gegen Diktaturen und (selbst wenn ein Putsch gegen Hitler Erfolg gehabt hätte) gegen Deutschland zu ihrer politischen Grundausstattung. </p>
<p>Gesellschaftspolitisch dachte sie in Kategorien des naturrechtlich geprägten angelsächsischen Konservativismus. Sie bezeichnete die Schliessung einer Ehe durch Homosexuelle als „Vortäuschung einer Familie“ und nahm es zusätzlich auf sich, nicht nur beim klassischen politischen Gegner zur Linken verhasst zu bleiben, sondern lebenslänglich auch bei Feministinnen. Dass eine Frau, wenn sie vergleichbar stark sei wie Golda Meir, die einstige israelische Ministerpräsidentin, oder eben Thatcher selbst, sich ohne Feminismus und Quoten durchsetzen würde, liess sie sich nicht ausreden. „Der einzige Mann im Kabinett“, wie Golda Meir genannt wurde, war ein spöttisches Kompliment, das zu Thatcher vorzüglich gepasst hätte. Dies wird durch die verschiedenen Verfilmungen ihres Lebens, zuletzt oscarpreiswürdig durch Meryl Streep, „Die eiserne Lady“, anschaulich unterstrichen.</p>
<p>Dabei war Thatcher, wie ihre Biographen hervorheben, weder ein Neutrum noch ein Mannweib, sondern als Mutter wie durchaus auch als Politikerin bei weitem sensibler, als es nach aussen hin den Eindruck machte. In der Vorbereitungsphase ihrer berühmten, durch Schlagfertigkeit glänzenden Reden im Unterhaus und im Vorfeld ihrer bekanntermassen harten innenpolitischen und aussenpolitischen Entscheidungen zeigte sich die Mutter von Zwillingen regelmässig unsicher. Mit dem enormen Vorbereitungsaufwand gleichsam einer Musterschülerin versuchte sie diese Schwäche zu kompensieren. Doch glänzten ihre Aussagen über Sozialhilfeempfänger, gewisse Sorten von Einwanderern und auch Streikende sowie demonstrierende eierwerfende Studenten keineswegs durch Empathie. Dies ist wohl mit ein Grund, warum der zum Teil berühmte, für viele auch berüchtigte „Thatcherismus“ heute noch starke Emotionen auslöst. Von denjenigen, die über Thatchers Ableben jubelten, waren viele zu ihrer Regierungszeit (1979 – 1990) noch gar nicht oder erst kürzlich auf der Welt. So ein jugendlicher Vizepräsident der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz. Dieser musste sich für sein Prosit auf Thatchers Tod von einem altgedienten Parteimitglied, Ethiklehrer und Alt-Nationalrat Hans Widmer, für die Überschreitung einer ethisch untragbaren Grenze tadeln lassen.</p>
<p>Über Margaret Thatcher habe ich drei Biographien gelesen und u.a. mit der Antifeministin Ester Vilar, argentinische Staatsbürgerin, zur Zeit des Falkland- oder Malvinenkrieges heftigste persönliche Diskussionen geführt. Thatcher war möglicherweise die zweitbrutalste politische Persönlichkeit Grossbritanniens in den letzten 75 Jahren. Die brutalste hiess Winston Churchill, und es war wohl nur in einer Zeit der Diktaturen und der Grausamkeiten möglich, dass einer wie der Verkünder von Blut, Schweiss und Tränen in Grossbritannien Premier wurde. Im Vergleich zu Thatcher war Churchill, der sie auch im Hasspotential übertraf, gebildeter, las doch die Eiserne Lady wie seinerzeit General Eisenhower kaum Bücher. Auch stammte Churchill von einer der besten britischen Adelsfamilien ab, während Thatcher wie kaum eine zweite Politikerin der Weltgeschichte den kleinen Mittelstand repräsentierte. Auch waren ihr, wie die Abdankungsfeier abermals gezeigt hat, die Gottlosigkeit und der Nihilismus eines Churchill fremd.</p>
<p>Was Thatchers konkrete Politik betrifft, war die Geburt des Thatcherismus, im ersten Akt bloss Abschaffung der Gratispausenmilch, ein Beispiel für eine unpopuläre Massnahme, die dann mit den weiteren, sicher gröberen Massnahmen des Thatcherismus potenziert wurde. 1989 behauptete der Philosoph Karl Popper, den ich zur Zeit Thatchers persönlich kennenlernen durfte und der viel von der Dame hielt, es sei den Menschen in den letzten 1000 Jahren über alles gesehen noch nie so gut ergangen wie heute. Deshalb sei bei der heutigen Graduierung der Zivilisation den Menschen ein zunehmendes Mass an Selbstverantwortung zumutbar. </p>
<p>Wohl selbst ein Bundeskanzler Schröder hat mit seinen Konzepten zu Hartz IV noch eine gewisse Dosis Thatcherismus verinnerlicht hat. Möglicherweise mehr als Helmut Kohl, den Thatcher „arg deutsch“ fand und den sie nie mochte. Ihr starrsinniges Intrigieren gegen die Wiedervereinigung war aber nicht von Erfolg gekrönt. Trotzdem muss ihr zugutehalten werden, dass sie 1988 wie kurz vor ihr Ronald Reagan den Abbruch der Berliner Mauer forderte. Unrecht blieb für sie Unrecht, selbst wenn es Unrecht gegenüber Deutschen war. Ihre Skepsis gegen die Wiedervereinigung war ein typisch britischer Ausdruck von Balance-Politik. Danach darf auf dem Kontinent keine Macht so stark oder gar noch stärker werden als Albion.</p>
<p>Verhasst machte sich Thatcher, weil sie dem chilenischen Diktator Pinochet im Zusammenhang mit dessen Rückzug Wort gehalten hatte und ihn deshalb nicht an Spanien ausliefern wollte. Auch das hängt mit ihrem Politikverständnis zusammen. Allerdings weniger mit dem Wort halten, was auch bei Demokratinnen kaum üblich ist, als in der Lageeinschätzung. Für Thatcher war angesichts des Falklandkrieges nun mal Argentinien (mit einer womöglich noch brutaleren Diktatur) der Feind, und weil sie wie Churchill etwas von Politik verstand, kooperierte sie mit den Nachbarn des Feindes. Und zum unblutigen Rückzug des Diktators Pinochet hatten diejenigen, auch westliche Politiker, die diesen Rückzug wollten, sich für eine fragwürdige Straffreiheit im Sinne eines „Schlussstrichs“ verwendet.</p>
<p>Margaret Thatcher war eine hochprofessionelle Politikerin mit Prinzipien. Diese können einem zupass kommen, oder man kann sie ablehnen. Als in der westlichen Welt erste bürgerliche Leaderpersönlichkeit betrachtete sie den modernen Wohlfahrtsstaat nicht, wie Wilhelm Röpke gewarnt hatte, als eine Einbahnstrasse ohne Rückfahrmöglichkeit. Im Gegenteil, sie hielt den Punkt für möglich und sogar gegeben, da der Rückwärtsgang eingeschaltet werden musste. Eine Perspektive, die wohl auch den USA und der gegenwärtigen Europäischen Union mit ihrem Schuldendesaster irgendwann, eher früher als später, wieder blühen kann. </p>
<p>Dr. phil. Pirmin Meier<br />
Historischer Schriftsteller<br />
Beromünster/S</p>
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		<title>Wera Küchenmeister</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Apr 2013 07:14:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schriftsteller]]></category>

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		<description><![CDATA[Wera Küchenmeister (* 18. Oktober 1929 als Wera Skupin in Berlin; † 6. April 2013 in Blankensee) war eine deutsche Schriftstellerin. Wera Skupin wurde als Tochter des kommunistischen Tischlers Boleslaw Czekalla und der Angestellten Gertrud Skupin geboren. Sie besuchte die Schule in Berlin und legte dort die Reifeprüfung ab. 1949 begann sie ein Studium am [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wera Küchenmeister (* 18. Oktober 1929 als Wera Skupin in Berlin; † 6. April 2013 in Blankensee) war eine deutsche Schriftstellerin.</p>
<p>Wera Skupin wurde als Tochter des kommunistischen Tischlers Boleslaw Czekalla und der Angestellten Gertrud Skupin geboren. Sie besuchte die Schule in Berlin und legte dort die Reifeprüfung ab. 1949 begann sie ein Studium am Deutschen Theaterinstitut in Weimar. Dort lernte sie Claus Küchenmeister kennen, den sie 1952 heiratete. Von 1951 bis 1954 war sie Meisterschülerin am Berliner Ensemble Bertolt Brechts, wo sie neben ihrer Tätigkeit als Regieassistentin auch am Aufbau der betrieblichen Parteiorganisation beteiligt war. Für ihre Tätigkeit beim Berliner Ensemble erhielt sie 1960 ein Diplom der Ost-Berliner Deutschen Akademie der Künste. Wera Küchenmeister war als Dramaturgin und von 1963 bis 1966 als Dozentin an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg tätig. Von 1966 bis 1968 war sie Chefdramaturgin am Maxim-Gorki-Theater in Ost-Berlin, von 1969 bis 1973 Sekretärin des Filmbeirats beim Ministerium für Kultur und von 1973 bis 1976 zuständig für den künstlerischen Film in der Hauptverwaltung Film des Ministeriums für Kultur. Ab 1975 arbeitete als Szenaristin für das Spielfilm-Studio der DEFA. Küchenmeister wurde seit Mitte der Sechzigerjahre vom Ministerium für Staatssicherheit als Inoffizieller Mitarbeiter geführt.</p>
<p>Wera Küchenmeister verfasste neben zahlreichen Drehbüchern für die DEFA seit den Fünfzigerjahren Romane, Kinderbücher und Gedichte. Die meisten ihrer literarischen Werke entstanden in Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann Claus Küchenmeister.</p>
<p>Wera Küchenmeister gehörte von 1957 bis 1990 dem Schriftstellerverband der DDR an, seit 1968 als Mitglied des Vorstandes. Seit 1990 ist sie Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller. Sie erhielt u.a. folgende Auszeichnungen: 1958 den Ernst-Zinna-Preis 1949 den Heinrich-Greif-Preis, 1964 die Verdienstmedaille der DDR, 1965 die Clara-Zetkin-Medaille, 1968 die Erich-Weinert-Medaille, 1971 den Nationalpreis 1. Klasse und den Kunstpreis des FDGB sowie 1980 den Vaterländischen Verdienstorden in Silber.</p>
<p>Sie lebte zuletzt mit ihrem Mann in Ludwigsfelde-Siethen und verstarb am 6. April 2013.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wera_K%C3%BCchenmeister"><br />
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