Lebendige Erinnerung

3. Mai 2017

Daliah Lavi

Daliah Lavi (geb. Daliah Lewinbuk; * 12. Oktober 1942 in Schawe Zion, Völkerbundsmandat für Palästina; † 3. Mai 2017 in Asheville, North Carolina) war eine israelische, beliebte, den Älteren unter uns von Kindheit auf vertraute Filmschauspielerin und vor allem Sängerin mit unvergleichlicher rauchiger Stimme.

‚Wer hat mein Lied so zerstört?‘ (hier mehrsprachig, von 1971)

Dieses bekannte, wenn auch rätselhafte Chanson aus den 70er Jahren über die Gefährdung der Kunst durch Manipulation, absichtliches Missverstehen, Fehlinterpretation habe ich damals auf dem Akkordeon gespielt, ohne den Text auch nur ansatzweise zu verstehen.
Fast jedes Lied war ein Hit und ist ein Evergreen:

„Oh, wann kommst du?“

„Jerusalem“

„Willst du mit mir geh’n?“ (hier 1971 angesagt von dem großen Humoristen Heinz Ehrhardt)

„Wär‘ ich ein Buch…“ (die schöne deutsche Version von ‚If you could read my mind‘)

„Nichts haut mich um – aber du!“

„Puff der Zauberdrachen“ (ein schönes Tiermärchen)

… und „Ich wollt’ nur mal mit dir reden“ (die kongeniale deutsche Fassung von Stevie Wonders Welterfolgs „I just called to say I Love You“)

Und wenn Sie mir schon freundlicherweise bei meiner ausgedehnten YouTube-Reise gefolgt sind, können wir gemeinsam auch mehrere Talkshows anschauen; vielleicht brauchen auch Sie wie ich ein Taschentuch:

z.B. im Kochstudio von Thomas Gottschalk (1986)

oder in „Heut Abend“ bei dem ebenfalls unvergessenen Joachim „Blacky“ Fuchsberger aus dem gleichen Jahr

und erst Recht bei ihrem letzten Fernsehauftritt von 2009 im Gespräch mit ihrem einfühlsamen Kollegen Florian Silbereisen, der seine Gäste stets wichtiger nimmt als sich selbst

Bewegende bewegte Bilder, die bleiben und mich soeben stark berührt haben…

Daliah Lavis Lieder lieferten den Soundtrack zu unserer Jugend und begleiten uns über die Gegenwart hinaus.
In der Pubertät und während ersten Verliebtheitsanwandlungen begriff ich eines der amourös-libidinösen Geheimnisse: „Meine Art Liebe zu zeigen … das ist ganz einfach schweigen“

– bis heute mein Lieblingslied von ihr, doch nicht das einzige, was man von dieser großen internationalen Persönlichkeit der völkerverbindenden Musikkultur lernen konnte.
Sie sei keine Sexbombe, betonte sie in einem Interview, allenfalls erotisch; nicht schön, allenfalls attraktiv – und blieb dies bis zuletzt.
Man sollte sie vor allem (in Erinnerung an die Märchennovelle vom ‚Kleinen Prinzen‘) „mit dem Herzen sehen“ und hören.
In diesem Herzen wird Daliah Lavi auch für immer bleiben.
Daliah, Ihre Lieder sind für immer unzerstörbar!

Dipl.-Päd. RL Fred Maurer

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