Lebendige Erinnerung

15. August 2015

Max Greger

Max Greger (* 2. April 1926 in München-Giesing; † 15. August 2015 in München) war ein deutscher Jazz-Musiker, Saxophonist und Big-Band-Leader.

… als ‚Stereo‘ noch kein Standard war / … mit Kollege (Bandleader, Klarinettist) Hugo Strasser / Enkel Max, Sohn Max Max jun., Max Greger sen.

SPIEGEL und BILD (um nur zwei konträre Medien zu nennen) überschlagen sich heute mit Nachrufen auf eine weitere Musikerlegende – nachdem erst vor Wochen der Bandleader, geniale Komponist und (prämierte) Jazz-Bassist James Last von uns gegangen war.

Max Greger stand seinem Kollegen in nichts nach, war ebenso berühmt und erfolgreich.
Die Älteren unter uns kennen ihn noch als musikalischen Begleiter mit seiner Bigband bei großen Unterhaltungssendungen und ZDF-Liveshows wie „Vergissmeinnicht“ (mit dem großen, bereits 1978 verstorbenen Allround-Entertainer Peter Frankenfeld), „Der goldene Schuss“ (mit Lou van Burg und sodann Vico Torriani, auch beide längst tot), „3 mal 9“ und „Der große Preis“ (mit Wim Thoelke, 1995 verstorben, für mich ebenso unvergessen) oder „Musik ist Trumpf“ ( erst mit Peter Frankenfeld, sodann mit Harald Juhnke, der auch nicht mehr lebt).

Recherchen ergeben Erstaunliches: Als erste westliche Band seit 35 Jahren (also seit 1929) startete Max Greger 1959 eine Tournee in die Sowjetunion (damals unter Nikita Chruschtschow).
1970 erlebten die Japaner seinen Auftritt auf der Weltausstellung in ?saka als einziges deutsches Orchester.

Bis zuletzt trat er mit zwei anderen Urgesteinen der bundesdeutschen Musikkultur auf (mit Paul Kuhn, vor knapp zwei Jahren 85jährig verstorben, und Hugo Strasser, der mit 93 Jahren noch lebt). Im September war das nächste Konzert geplant…
Er hinterlässt buchstäblich ein zuverlässiges Erbe: Sein Sohn ist ein Klasse-Pianist und -Organist (ich sehe ihn in den frühen 70ern inmitten der Band seines Vaters am Flügel sitzen), sein Enkel hauptberuflich Jurist, macht aber als leidenschaftliches Hobby Musik.

Ich habe versucht, ein Sonett zu schreiben und nahezu kapituliert, weil sich ein solch pralles Leben unmöglich in 14 Verse gießen lässt.
Nehmen wir es demütig als Beweis dafür, dass nur wenige ein solches Potenzial haben wie Max Greger, den wir nicht vergessen werden.

Unvergessen. Ein Epigramm

Keiner spielte wie er das Sax,
Hat ein Klavier-Talent zum Sohn –
U-Musik in der dritten Generation.
Unvergessen: Greger, Max!

Dem Sohn eines Metzgers mit eigenen Läden
Schenkte der Opa ein Akkordeon;
Geschehen war um ihn es damals schon,
Wusste er, die Musik war sein Leben.

Mit 18 unterbrochen das Musizieren;
Die Jahre als Soldat eher besch…eiden.
Doch bald schon konnten andre ihn beneiden,

Durfte er doch in großen Shows brillieren.
Wir können uns alle eine Scheibe abschneiden
Und wollen dich, Max Greger, niemals ganz verlieren!

Dipl.-Päd. RL Fred Maurer

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