Lebendige Erinnerung

22. Juni 2015

Gabriele Wohmann

Gabriele Wohmann, geborene Guyot (* 21. Mai 1932 in Darmstadt; † 22. Juni 2015 ebenda) war eine deutsche Schriftstellerin.
Sie wird uns fehlen.

1973 (als Schauspielerin in „Die Entziehung“) / 1992 / 2012
(Copyright Foto Mitte bei Andreas Bohnenstengel)

So richtig prominent war sie nicht und manche Besucher dieses Portals hören womöglich zum ersten Mal von ihr. Dennoch war und bleibt Gabriele Wohmann eine der herausragenden Autoren unseres Landes.
1978 habe ich mich intensiv und ziemlich beeindruckt mit ihrer Paradedisziplin, der Kurzgeschichte, befasst – und meine ‚wissenschaftliche Hausarbeit‘ dann doch über Siegfried Lenz geschrieben (der uns 88jährig ebenfalls vor wenigen Monaten verlassen hat: http://www.portal-der-erinnerung.de/2014/10/07/siegfried-lenz/).
Fast habe ich nun ein bisschen ein schlechtes Gewissen…

Es gibt viele kluge Nachrufe in allen bedeutenden Zeitungen und Zeitschriften.
„Wohmann war eine der wichtigsten Autorinnen ihrer Generation. Sie galt als scharfe Beobachterin, die mit ironischen und pointierten Texten die Dramen des Alltäglichen beschrieb“, schreibt stellvertretend ‚hr-online‘.
„Wir haben eine kluge Chronistin des Alltags und scharfe Kritikern alles Ideologischen verloren“, so Jochen Partsch, Darmstadts Oberbürgermeister und Kulturdezernent.
Zu Wohmanns bekanntesten Werken zählen der Roman „Paulinchen war allein zu Haus“ von 1974 über ein achtjähriges Adoptivkind, „Ausflug mit der Mutter“ (1976), „Das Glücksspiel“ (1981), „Abschied von der Schwester“ (2001). Zudem schrieb sie zahlreiche Erzählungen, Gedichte, Essays, Hör- und Fernsehspiele sowie 600 (!) Kurzgeschichten.

Für ihre Werke und ihr Wirken erhielt die Schriftstellerin u.a. den Hessischen Kulturpreis und das Große Bundesverdienstkreuz.
Wichtiger ist freilich, dass bereits im September ein Buch von ihr erscheinen wird – und dass ihre Texte von uns noch Lebenden weiterhin gelesen werden.
Und solange dies geschieht, wird Gabriele Wohmann lebendig bleiben.

Dipl.-Päd. RL Fred Maurer

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