Susanne Lothar
Susanne Lothar (* 15. November 1960 in Hamburg; † 25. Juli 2012 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin. Sie war als Darstellerin schwieriger und gebrochener Charaktere auf der Theaterbühne sowie in Film und Fernsehen bekannt.
Geboren wurde Susanne Lothar als Kind der beiden Schauspieler Hanns Lothar und Ingrid Andree 1960 in Hamburg. Dort studierte sie auch Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater. Sie erhielt noch während des Studiums einen Vertrag am Thalia Theater. 1981 war sie die erste Trägerin des Boy-Gobert-Preises. Susanne Lothar hatte weitere erfolgreiche Engagements in Köln, Wien, Stuttgart, Berlin und Salzburg. In Wien wurde sie 1986 mit der Kainz-Medaille augezeichnet. Vor allem durch die Titelrolle der Lulu in Peter Zadeks Inszenierung aus dem Jahr 1988 am Hamburger Schauspielhaus wurde sie bekannt. Darüber hinaus begeisterte die Schauspielerin Kritiker und Publikum unter anderem in Drei Mal Leben (Regie: Luc Bondy, 2000) im Burgtheater Wien, 2001 am Schauspielhaus Zürich ebenfalls unter der Regie von Luc Bondy in Auf dem Land und zwei Jahre später als Blanche du Bois in Endstation Sehnsucht unter der Regie von Burkhard C. Kosminski. Im Jahr 2006 war Susanne Lothar als Klytaimnestra in Elektra in einer Inszenierung von Thomas Ostermeier an der Schaubühne Berlin zu sehen.
Ihre erste Filmrolle in Eisenhans unter der Regie von Tankred Dorst trug Susanne Lothar 1983 den Bundesfilmpreis ein, für die Hauptrolle im Fernseh-Zweiteiler Das tödliche Auge erhielt sie gemeinsam mit Ulrich Mühe 1993 den Goldenen Gong. Mit Michael Haneke drehte sie vier Filme, darunter Die Klavierspielerin nach dem Roman von Elfriede Jelinek und der vielfach preisgekrönte Film Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte (2009). Weitere Filme mit ihr sind beispielsweise Edgar Reitz’ Die zweite Heimat – Chronik einer Jugend, mehrere Folgen der Reihe Tatort sowie Die Österreichische Methode und Fleisch ist mein Gemüse.
Lothar war mit dem Schauspieler Ulrich Mühe (1953–2007) verheiratet, mit dem sie auch wiederholt zusammenarbeitete. Sie lebte bis zu seinem Tod mit ihm und den beiden gemeinsamen Kindern in Berlin. Am 25. Juli 2012 teilte Christian Scherz, der Anwalt ihrer Familie, den Tod von Susanne Lothar mit.