Lebendige Erinnerung

29. Mai 2012

Doc Watson

Arthel Lane „Doc“ Watson (* 3. März 1923 in Deep Gap, North Carolina; † 29. Mai 2012 in Winston-Salem, North Carolina) war ein US-amerikanischer Gitarrist und Sänger von Country-, Bluegrass-, Gospel- und Folksongs.

Zu dem Namen, unter dem er populär werden sollte, kam Arthel Lane angeblich durch Sherlock Holmes’ Freund und Gehilfen, was allerdings nicht erwiesen ist. Glaubwürdiger ist jene Geschichte, die davon berichtet, dass eines Tages in einem Studio nach dem Namen des Künstlers (in diesem Fall Watson) gefragt wurde. Da ihn niemand wusste, empfahl ein Angestellter, ihn einfach „Doc“ zu nennen. Später blieb ihm dieser Name – nun doch auch in Anspielung auf Sherlock Holmes’ Kollegen – erhalten.

Der im ersten Lebensjahr an den Folgen einer Augeninfektion erblindete Watson wuchs in einer außerordentlich musikalischen Familie auf. Mutter Annie war eine Sängerin traditioneller und religiöser Lieder, während Vater General das Banjo spielte, das auch Watsons erstes Saiteninstrument wurde.

Watson besuchte die Blindenschule, in der er mit Jazz, Klassik und der Musik von Django Reinhardt konfrontiert wurde. Dadurch machte er wesentlich mehr musikalische Erfahrungen als andere und bekam einen umfassenderen Zugang zu Musik. Hier unterschied er sich später deutlich von anderen Countrymusikern. Der Talentescout, Musiker und Produzent Ralph Rinzler schrieb über ihn: „Doc ist ein musikalischer Mischling, aber ein Mischling von besonderer Art.“

Im Alter von dreizehn Jahren spielte Watson seinem Vater auf einer ausgeliehenen Gitarre das selbst erlernte Stück When the Roses Bloom in Dixieland vor. Dieser war vom Können seines Sohnes so beeindruckt, dass er ihn in einen Laden mitnahm und ihm dort eine 12-Dollar-Stella-Gitarre kaufte.

Watson entwickelte in weiterer Folge einen eigenständigen, persönlichen Stil, der beeinflusst wurde durch Platten des Banjospezialisten Clarence Ashley, der Carter Family, Jimmie Rodgers u. a. durch die damals sehr einflussreichen Country-Radioprogramme und außerdem durch die traditionelle Musik, die er von seinen Eltern vermittelt bekam.



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