Xaver Unsinn
Xaver Unsinn (* 29. November 1929 in Füssen; † 4. Januar 2012 ebenda) war ein deutscher Eishockeyspieler-und -trainer. Von 1975 bis 1977 und wieder von 1982 bis 1990 sowie 1964 zu den Olympischen Spielen zusammen mit Markus Egen und Engelbert Holderied war er Eishockey-Bundestrainer. Er ist Mitglied der Hockey Hall of Fame Deutschlands.
Bevor Xaver Unsinn eine Laufbahn als Eishockeyspieler einschlug, übte er diverse Sportarten wie Tennis, Skispringen und Fußball aus. Unsinn spielte von 1946 bis 1960 beim EV Füssen, mit dem der Stürmer acht Meisterschaften errang. Von 1956 bis 1959 war er als deren Mannschaftskapitän tätig. Von 1960 bis 1962 spielte er beim ESV Kaufbeuren, wo er gleichzeitig Spielertrainer war.
International absolvierte er 72 Länderspiele, in denen er 24 Tore erzielte. Er nahm an den A-Weltmeisterschaften 1952, 1953, 1954, 1959 und 1960 sowie an den Olympischen Spielen 1952 und 1960 teil. Sein größter Erfolg mit der Nationalmannschaft war 1953 der Gewinn der Vizeweltmeisterschaft.
Bereits als Spieler beim ESV Kaufbeuren kümmerte Unsinn sich auch als Trainer um die Mannschaft, die er 1961 zum Aufstieg in die 1. Bundesliga führte. Unverkennbar war Mister Eishockei’s Markenzeichen, der Pepitahut. Weitere Stationen in Deutschland waren Preußen Krefeld, der Kölner EC, Augsburger EV, die Düsseldorfer EG, Berliner SC und EV Rosenheim. 1972 führte er die Düsseldorfer EG zum Gewinn der deutschen Meisterschaft, selbes gelang Unsinn mit dem Berliner SC in den Jahren 1974 und 1976. Es folgte von 1978 bis 1981 ein Abstecher in die Schweizer Hauptstadt zum SC Bern, den der Deutsche 1979 zum Titelgewinn in der Nationalliga A führte.
Mit dem Trainer Xaver Unsinn gewann 1976 die DEB-Nationalmannschaft der BR Deutschland bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck die Bronzemedaille, nachdem er bereits 1964 kurzzeitig als Bundestrainer tätig war. 1977 endete sein Engagement vorerst, nachdem die BR Deutschland ein unbefriedigendes Turnier absolviert hatte. Ab 1981 stand er wieder für die DEB-Nationalmannschaft hinter der Bande. Nach einigen guten Turnieren – 1984 und 1988 belegte die westdeutsche Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen den fünften Platz – musste sich Xaver Unsinn 1990 aus gesundheitlichen Gründen vom Amt des Bundestrainers der Deutschen Nationalmannschaft zurückziehen. Als Nachfolger wurde Erich Kühnhackl engagiert, sodass Unsinn keinen neuen Vertrag erhielt.
1998 wurde Unsinn in der Kategorie Funktionär mit der Aufnahme in die IIHF Hall of Fame geehrt. 2003 wurde ihm der Bayerische Sportpreis in der Kategorie „Sportliches Lebenswerk“ verliehen.
Am 4. Januar 2012 verstarb Xaver Unsinn 82-jährig in Füssen.