Hans Heinz Holz
Hans Heinz Holz (* 26. Februar 1927 in Frankfurt am Main; † 11. Dezember 2011 in Sant’Abbondio[1]) war ein deutscher marxistischer Philosoph und Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei.
Wegen Widerstandes gegen das NS-System geriet Hans Heinz Holz als 17-Jähriger mehrere Monate in Gestapohaft. Während seines Studiums der Philosophie begann er, für Zeitungen und Zeitschriften zu schreiben. Nach der Promotion bei Ernst Bloch war er Redakteur bei der Zeitung Deutsche Woche, ab 1960 freier Journalist in der Schweiz und als Redaktionsleiter des Abendstudios beim Hessischen Rundfunk. 1971 erhielt er eine Professur für Philosophie an der Universität Marburg, wo er von 1971 bis 1978 lehrte. Danach wechselt er an die Universität Groningen (Niederlande) und blieb da bis zu seiner Emeritierung. 1994 wurde er Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei, an deren neuem Programm nach der Wende er maßgeblich mitarbeitete.
Holz veröffentlichte zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte und Systematik der Dialektik, zur Theorie der Kunst und zu Künstlern der Gegenwart, sowie zu Problemen der Gesellschaftswissenschaften und Politik. Er war Präsident und späterhin Ehrenpräsident der Internationalen Gesellschaft für dialektische Philosophie, sowie gewähltes Mitglied der Leibniz-Sozietät und der World Academy of Letters. 1997 erhielt er den Ehrendoktor der Universität Urbino. Er wurde ausgezeichnet mit der Ehrenplakette des Vereins der Deutschen Ingenieure, dem Order of Merit (GB) und der Legion of Honor (USA). 1991 gründete er mit seiner Frau Silvia Markun die Fondazione Centro di Studi Filosofici. Holz gab die philosophische Zeitschrift Topos – Internationale Beiträge zur dialektischen Theorie heraus. Er war einer der Herausgeber der Marxistischen Blätter.
Widerspruch erfuhr Hans Heinz Holz bei dem Versuch, die Ontologie wieder in den marxistischen philosophischen Diskurs einzuführen, vor allem im Rückgriff auf Leibniz, bei dem er die Auflösung des klassischen Substanzbegriffs in ein Relationen- und Strukturmodell fruchtbar machen wollte. Hier sehen manche Kritiker die Gefahr eines Abweichens vom konsequent materialistischen Standpunkt. Diese werde deutlich in seinem Werk Weltentwurf und Reflexion (2005). Hier entwickele Holz die Kategorie der Widerspiegelung als Metapher einer Seinsstruktur anstatt eines sinnlich-materiellen Vorgangs. Widerspiegelung sollte bei Holz den Wirkungszusammenhang der materiellen Vielheit als universelles Reflexionssystem modellieren und die Besonderheit des menschlichen In-der-Welt-Seins als Moment des allgemeinen Naturverhältnisses begründen.