Prof. Dr. Kaspar J. Schwarz
Prof. Dr. Kaspar J. Schwarz, geboren am 2. September 1923 in Zürich, gestorben am 4. Dezember 2011 in Zürich, war ein angesehener Schweizer Dermatologe. In seiner Heimatstadt betätigte er sich während rund zwei Jahrzehnten als ärztlicher Leiter der städtischen Poliklinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten, heute Dermatologisches Ambulatorium. Wer im “Alphabet der Haut” (J. Darier, 1909) zu Hause ist, weiss nämlich: Man sollte sich nicht allzu stark und ungeschützt dem Sonnenlicht aussetzen, weil man sich sonst unter Umständen eine Lichtdermatose holen könnte. Vielleicht wohl deshalb scheinen Dermatologen vergleichsweise weniger auf Prominenz aus zu sein als beispielsweise Sportler, Schauspieler, Musiker und generell Kulturschaffende. Unter bedeutenden und tüchtigen Ärzten führen heute mehr denn je viele ein vergleichsweise zurückgezogenes Leben. Je weniger man von ihnen hört, desto besser praktizieren manche von ihnen sowohl im rastlosen Bemühen im Bereich der Theorie als auch “in schwerer Dienste täglicher Bewahrung”, wie Goethe es einmal ausgedrückt hat. Die Verabschiedung von Prof. Dr. Kaspar J. Schwarz fand im engsten Familien- und Freundeskreis statt, ohne weiteres Aufhebens. Die Universität Zürich schrieb in einer Todesanzeige (Neue Zürcher Zeitung v. 15. Dezember 2011) zum Hinschied ihres im Alter von 89 Jahren verstorbenen Titularprofessors:
“Kaspar J. Schwarz habilitierte sich 1969 an der Universität Zürich und wurde 1975 zum Titularprofessor ernannt. 1990 trat er in den Ruhestand. In der Forschung bearbeitete Kaspar J. Schwarz ein breites Spektrum dermatologischer Fragen experimentell mit biochemischen Methoden. Viel Beachtung erlangten besonders seine photobiologischen Arbeiten. Er gewann wichtige neue Erkenntnisse zur Photosensibilisierung, die grosse Fortschritte beim Verständnis der Lichtdermatose mit sich brachten. Weitere Arbeiten betrafen die Strahlentherapie sowie die therapeutische Wirkung cortisonhaltiger Salben. Während fast zweier Jahrzehnte leitete Professor Schwarz die Städtische Poliklinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Zürich. Neben dieser anspruchsvollen klinischen Tätigkeit bewältigte er ein umfangreiches Pensum als akademischer Lehrer und Betreuer von Dissertationen. Die Universität Zürich, die Kolleginnen und Kollegen sowie die ehemaligen Studentinnen und Studenten werden den Verstorbenen in dankbarer Erinnerung bewahren. Andreas Fischer, Rektor.”
“Die Haut ist das Tiefste im Menschen”, vermerkte einst der französische Dichter Paul Valéry. Dies bleibt im Gedenken an einen bedeutenden Dermatologen, zu dessen Berufsethos ein hohes Mass an Diskretion gehört und dessen Stellung in der Öffentlichkeit nicht als spektakulär zu bezeichnen ist, niemals zu vergessen.
Dr. phil. Pirmin Meier
Gymnasiallehrer und Schrifsteller
Beromünster