Valerie Steinmann
Valerie Steinmann, geboren am 12. Dezember 1921, gestorben am 28. November 2011 im Pflegeheim in Küsnacht am Zürichsee, war eine Schweizer Film- und Theaterschauspielerin. Die vielseitige Darstellerin gehörte als eine der letzten zur Generation, welche noch mit bedeutenden Kulturschaffenden aus dem Exil des Dritten Reiches zusammengearbeitet hatte, so mit Bertolt Brecht. In späteren Jahren wurde sie populär zum Beispiel dank der TV-Krimiserie “Eurocops”, welche zwischen 1988 und 1993 ausgestrahlt wurde.
Valerie Steinmann stand über 60 Jahre lang auf der Bühne und war ausserdem eine Schauspielerin der «alten Garde» des Schweizer Films zu Zeiten etwa der Regisseure Kurt Früh (1915 – 1979) und Franz Schnyder (1910 – 1993). In den 1960er-Jahren stand sie neben Ruedi Walter, Margrit Rainer, Inigo Gallo, Paul Bühlmann, Zarli Carigiet und Schaggi Streuli vor der Kamera, so in den populären Streifen «Es Dach überem Chopf» von Kurt Früh und “De Grotzepuur” von Marc. M. Rissi. Steinmann spielte schon als Teenager am Zürcher Schauspielhaus, beispielsweise 1934 die Louison in Molières «Der eingebildete Kranke». 1948 spielte sie die Botin in Bertolt Brechts Churer «Antigone»-Projekt. Eine Einladung des berühmten Dramatikers in sein Ostberliner Ensemble schlug sie aber aus.
Neben dem ernsten Theater wirkte Steinmann auch in Boulevardkomödien und Musicals mit – so klopfte sie als Frau Baumann in drei Inszenierungen von «Die kleine Niederdorfoper» Teppiche. Dazu kamen Rollen in Hörspielen und fast 30 Jahre Mitwirkung in der Zürcher Märchenbühne. Auch in TV-Serien wie «Eurocops» war sie in kleineren Rollen zu sehen. Valerie Steinmann heiratete 1951 den Schauspieler, Kabarettisten und späteren TV-Journalisten Megge Lehmann. Sie starb an ihrem Wohnort Küsnacht am Zürichsee im Pflegeheim am 28. November 2011, kurz vor ihrem neunzigsten Geburtstag. Mit Valerie Steinmann ist, nach der Erfolgsschauspielerin Stephanie Glaser (*1920) und der durch den Grand Prix Eurovision bekannten Sängerin Nella Martinetti (*1946) abermals eine überaus populäre Gestalt des schweizerischen öffentlichen Lebens im Jahre 2011 dahingegangen. Valerie Steinmann war, wie Stephanie Glaser, eine hohe, vielleicht exzellente Begabung, welche sich hauptsächlich auf dem Feld der leichten Muse betätigt und bestätigt hat.
Nach einer Meldung der Schweizerischen Depeschenagentur bearbeitet und kommentiert von
Dr. phil. Pirmin Meier
Gymnasiallehrer und Schriftsteller
Beromünster