Lebendige Erinnerung

 

9. November 2011

Renée Franke

Renée Franke, eigentlich Gisela Beyer (* 4. Mai 1928 in Hamburg; † 9. November 2011 in München[1]), war eine deutsche Schlagersängerin, die insbesondere in den 1950er Jahren erfolgreich war.

Gisela Beyer arbeitete zuerst als Telefonistin im Fernamt Hamburg, später als Aufsicht für die Telefonzentrale der britischen Militärregierung. Sie beteiligte sich beim Vorsingen im Studio des britischen Soldatensenders British Forces Network (BFN). Daraufhin vermittelte ihr Benny de Weille einen Schallplattenvertrag bei Polydor und Gisela Beyer nahm den Künstlernamen „Renée Franke“ an.

Aus dem Jahr 1951 stammt das Lied “C’est si bon”, präsentiert von Renée Franke und Cypris (Musik/Text: Beth/Siegel/de Weille). Die Künstlerin sang öfter im Duo mit Heinz Erhardt und insbesondere Detlev Lais, deren Lied Eine weiße Hochzeitskutsche (1952) ein großer Erfolg war. Ein Novum war ihre Werbeaufnahme für die Seife Luxor. Ihr Leben wurde 1954 mit dem Film Das Fräulein vom Amt (mit Bully Buhlan, Renate Holm und Georg Thomalla) verfilmt. In einigen Filmen trat sie als Sängerin auf und lieh Gardy Granass und Johanna Matz ihre Gesangsstimme. Am 25. Februar 1961 nahm sie unter dem Motto Die Schlagerparade an der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix Eurovision de la Chanson mit dem Lied Napolitano teil. Danach wurde es in den Medien still um die Schlagersängerin.

1962 bekam sie ein Angebot vom NDR für die tägliche Sendung Hallo Nachbarn, wo man ihr die Rolle als „singende Aktualität“ zuwies. Dieser damals umstrittenen Sendung blieb sie vier Jahre lang treu. In dieser Zeit ging sie öfter auf Tourneen, die sie durch ganz Deutschland führten. Nach Auftritten im Zwickauer Groß-Varieté Lindenhof wurde 1965 durch Egon, dem Betreiber der Zwickauer Kurzwellenstation DM2AON, ihr Interesse am Amateurfunk geweckt.[2] Sie bestand die Prüfung zur Amateurfunklizenz und war unter dem Rufzeichen DJ6RF auf Kurzwelle eine beliebte Funkpartnerin. Der Bayerische Rundfunk wurde auf sie aufmerksam und sie folgte dem Ruf des Senders als Radiomoderatorin nach München. Nach ihrer ersten und einzigen Faschingssendung 1966 moderierte sie bei diesem Sender bis 1993 die Sendung Rendezvous nach Mitternacht und brachte es auf diesem festen Programmplatz auf 1400 Sendungen. Renée Franke lebte zuletzt in München.



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