Josef Rennhard
Josef Rennhard (*7. Oktober 1931; † 27. Februar 2010) war ein Schweizer Publizist.
Josef Rennhard, Pädagoge, Schriftsteller, Publizist, Politiker, war während vielen Jahren Chefredakteur der grossen Publikumszeitschrift “Der schweizerische Beobachter”, hat sich in dieser Eigenschaft als Interessenvertreter Benachteiligter und Spezialist für vernachlässigte Themen grosses Ansehen erworben. Rennhard gehörte zu den renommiertesten Publizisten der Schweiz, weshalb ihm noch nach der Emeritierung die Funktion eines Presse-Ombudsmann übertragen wurde.
Josef Rennhard, geboren im Kirchspiel Leuggern im Kanton Aargau unweit der Grenze zum “Grossen Kanton”, wie Deutschland in der Schweiz genannt wird, betätigte sich in jungen Jahren als Lehrer, auch als Verbandspolitiker und Redakteur des Schulblattes Aargau - Solothurn, welche Funktion er noch bis in die neunziger Jahre beibehielt. Einige Jahre lang war er Gemeindeammann (Gemeindepräsident) von Leibstadt und Mitglied des Grossen Rates des Kantons Aargau. 1987 kandidierte er für die Regierung seines Heimatkantons. Überdies war er Mitglied des Kuratoriums für die Förderung des kulturellen Lebens (Aarau), eine der wichtigsten Kulturförderungsinstitutionen der Schweiz.
Hier waren die Bereiche Literatur und Kunst diejenigen Sparten, die er mit grösster Kompetenz zu einer nicht mehr errreichten Blüte führte, etwa mit der Förderung von Autoren wie Hermann Burger, Erika Burkart, Jean-Rodolphe von Salis, Hansjörg Schneider, ferner Künstler wie Eduard Spörri und Erwin Rehmann, über die er auch publizierte.
Unter Chefredakteur Rennhard hatte der “Schweizerische Beobachter” in den Bereichen Rechtschutz, Konsumkritik, Bekämpfung korrupter und semikorrupter Machenschaften, aber auch in der Hochhaltung der humanitären Tradition der Schweiz seine Glanzzeit mit einer Auflage von weit über 300 000 Exemplaren mit rund einer Million Lesern. Typisch für Rennhard war, dass er diesem ersten grossen Publikumsmagazin der Schweiz stets auch feuilletonistische Beiträge mit hohem Qualitätssstandard beizugeben verstand. Sodann kamen Themen wie Religion, Schule, Landeskunde und Sport nicht zu kurz. Am wichtigsten war jedoch, dass der “Beobachter” unter Rennhard zu den integersten Presseerzeugnissen der Schweiz gezählt wurde. Das Magazin galt sozusagen als das Gewissen des Landes.
Josef Rennhard hat sich auch als Verfasser von Theaterstücken, als Lyriker und als Autor von Sachbüchern hervorgetan. Politisch stand er dem linken Flügel der Christdemokraten nahe, galt jedoch in vorbildlicher Weise als überparteilich. Was die schönen Künste betrifft, war Rennhard einer der letzten bedeutenden Kulturkonservativen seines Landes.
Josef Rennhard lebte mit seiner Frau Margrit, geb. Erne zuletzt in Würenlos (Aargau) und war Vater von vier Kindern.
Pirmin Meier, Gymnasiallehrer und Autor,
Beromünster/Schweiz