Wolfram Lindner
Wolfram Lindner (* 26. Februar 1941 in Lauenhain; † 17. Februar 2010 in Berlin) war ein deutscher Radsporttrainer.
In seiner Kindheit litt Wolfram Lindner an Kinderlähmung. Nach ehrenamtlicher Tätigkeit als Funktionär und Übungsleiter bei der BSG Mittweida arbeitete er von 1970 bis 1990 als DDR-Nationaltrainer und führte Bernd Drogan, Uwe Raab und Uwe Ampler zum WM-Titel bei den Amateuren sowie Olaf Ludwig 1988 zum Olympiasieg im Straßeneinzelrennen. Außerdem holte der von ihm trainierte Straßenvierer mehrere WM-Titel und den Olympiasieg 1988. Insgesamt fuhren die von Lindner trainierten DDR-Fahrer bei Veranstaltungen außerhalb der DDR 1.119 Siege bei Einzelrennen und 109 bei Rundfahrten ein.
Nach der Wiedervereinigung arbeitete Lindner für den Bund Deutscher Radfahrer, ehe er 1992 als Nationaltrainer in die Schweiz wechselte, wo er Tony Rominger, Alex Zülle und Pascal Richard bei vielen internationalen Titelkämpfen zu Medaillen führte. Als Nationaltrainer der DDR und der Schweiz holten seine Fahrer insgesamt 23 Medaillen, darunter drei Olympiasiege und sechs WM-Titel.
Von 2000 bis 2003 leitete Lindner das Team Coast und dessen Nachfolger Team Bianchi.
Ab März 2005 trainierte er die Nationalmannschaft des Iran und erreicht mit ihr die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 in Peking. Im April desselben Jahres beendete Lindner seine Trainerlaufbahn. Er gilt neben Chris Carmichael als einer der erfolgreichsten Trainer im Straßenradsport.
Zusammen mit der Firma Körber (Gundelfingen) entwickelte Lindner ein Verfahren zur Rahmenvermessung mittels Lasertechnik. Sein mehrfach neu aufgelegtes Buch Radsporttraining ist ein Standardwerk.