Lebendige Erinnerung

 

30. Dezember 2009

Astrid Bless

Astrid Bless (* 1944 in Berlin; † 30. Dezember 2009) war eine deutsche Synchronsprecherin, Kabarettistin und Schauspielerin.

Astrid Bless studierte an der Theaterhochschule Leipzig und war viele Jahre Protagonistin am Leipziger Schauspielhaus, wo sie verschiedene Rollen übernahm, wie die „Ophelia“ aus Hamlet, die „Viola“ aus Was ihr wollt oder die „Schustersfrau“ aus dem gleichnamigen Stück von Lorca. Auch an der Tribüne Berlin und dem Renitenztheater Stuttgart gastierte sie. Sechs Jahre lang war sie Mitglied der Academixer in Leipzig.

Zu ihren bekanntesten Sprecherrollen zählte die der Oberhexe Walpurgia in der Hörspielserie Bibi Blocksberg, welche sie für die verstorbene Maria Axt übernahm. Als Synchronsprecherin lieh sie ihre Stimme u.a. Sophia Loren, Candice Bergen und Claudia Cardinale. Astrid Bless gastierte als Kabarettistin mit Dorit Gäbler u.a. in Leipzig und Halle und war mit ihrem “Claire Waldoff”-Programm in vielen Städten Deutschlands eine gefeierte Interpretin.

Sie war auch als Schauspielerin tätig und gestaltete oftmals Rollen in Fernsehspielen, so gehört z. B. der Part der Thea Kaskel in der Unterhaltungsserie Klein, aber Charlotte von 1990 zu ihren bekanntesten Auftritten. Mehrmals war sie auch in Polizeiruf 110 zu sehen, in Der Staatsanwalt hat das Wort oder in der Zirkusserie Aerolina.



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Einträge:

Meine Ehefrau Schauspielerin Dorit Gäbler, hatte mal wieder eine kreative Idee.
Nachdem sie mit Astrid Bless und Herbert Köfer Theater spielten und sich sofort sehr gut verstanden, fragte Dorit Astrid: “Wollen wir nicht gemeinsam Kabarett spielen”? Es entstand das Programm “Keine Kompromissverhältnisse”.
Das war der Anfang einer Freundschaft und einer erfolgreichen Arbeit.
Ich Karl-Heinz Bellmann hatte dadurch das Glück eine wunderbare Frau und Schauspielerin kennenlernen zu dürfen. Ich profitierte davon sehr, denn mein Frau wuchs durch diese Freundschaft, im menschlichen und künstlerischen Bereich.Vielen Dank dafür.
Es war eine Freude diese beiden wunderbaren Frauen genießen zu dürfen.
Das Publikum liebte sie.Ich auch.Meine Bewunderung für Astrid steigerte sich während ihrer schweren Krankheit. Nie traf ich sie ohne ein lächeln auf den Lippen, nie hörte ich sie jammern. Ich genoß ihre Weisheiten die immer anspruchsvoller wurden. Da ich ganz fest an ein Leben nach dem Tod glaube (ich war selber schon klinisch tod) gönne ich ihr den Wechsel ihrer Bühne. Ich bin sicher, egal wo sie ist, sie wird anderen Menschen Freude bereiten. Sie wird spielen, sie wird lächeln und wird den Menschen helfen, die auf Erden Schwierigkeiten haben. So sind sie die Engel die nie “ver-Blessen” Mir kann sie nicht entkommen, ich bedanke mich jeden Morgen für meine Nächte, denn Menschen die ich liebe, besuchen mich sehr oft. Wir reden, wir lachen und weinen. Oftmals sind meine Nächte schöner als die Tage. Und Du liebe Astrid wirst mir immer so schön begegnen wie Du warst. Ich beglückwünsche alle Menschen die Astrid so kennenlernen durften wie ich. Bis dann Dein Bellmann

Eintrag von Karl-Heinz Bellmann am 7.Januar 2010


Wie ich erfahren habe, ist eine liebenswerte Kollegin, Schauspielerin und Komödiantin von uns gegangen. Ich lernte Astrid im Kabarett “Die Kiebitzensteiner” in Halle (Saale) kennen und schätzen. Viele male sind wir mit verschiedenen Stücken auf Tour gewesen. Dabei fällt mir unser Gastspiel mit Maria Mallè in Puttbus 1999 oder 2000 ein. Wie saßen nach der Vorstellung im Hotel und tranken in gemütlicher Runde ein Bier und erzählten uns Theatergeschichten. Das selbe auch im Kabarett in Halle, nach der Vorstellung saßen wir alle noch zusammen…
Ich habe Astrid als liebenswerten, aufgeschlossenen und aktiven, neugierigen Menschen kennengelernt und möchte die Zeit niemals missen. Leider führte und unsere Arbeit aufgrund der Theaterschließung in Halle nicht mehr zusammen. Nach einigen Telefonaten hin und her hätten wir beide gemeinsam eine Workshop-Reihe ins Leben gerufen, leider was es immer wieder die Zeit die uns fehlte.
Ich möchte dich immer so im Herzen behalten, wie Du warst und immer mal an Dich denken. Vielleicht schaust Du ja aus dem Schnürboden der Welt auf uns herab und zwinkerst uns als Sternchen herab und sagst uns und den Kollegen: Macht weiter, ohne Kunst ist die Welt ein fader und lebloser Planet. Wie sehen uns wieder!

Ulrich Hentze

Eintrag von Ulrich Hentze - Kultur & Management am 15.Februar 2010


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