Eduard Zimmermann
Eduard Zimmermann (* 4. Februar 1929 in München; † 19. September 2009 ebenda) war ein deutscher Journalist und Fernsehmoderator.
In der Nachkriegszeit schlug sich der später als „Verbrecherjäger“ und „Ganoven-Ede“ populär gewordene Zimmermann zunächst als Dieb und Schwarzmarkthändler durch und verbüßte in diesem Zusammenhang auch eine Haftstrafe in der JVA Fuhlsbüttel. Mit einem gefälschten Ausweis und Diplom fand er schließlich Arbeit als Straßenbauingenieur in Schweden.
Für eine Reportage im Auftrag der Zeitung Dagens Nyheter ging Zimmermann 1949 zurück nach Deutschland in die sowjetische Besatzungszone. Dort wurde er 1950 wegen Spionage angeklagt und zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Er musste vier Jahre seiner Strafe in der JVA Bautzen absitzen und kam am 17. Januar 1954 frühzeitig frei. In der Folgezeit arbeitete er als freier Journalist sowie als Redakteur bei NDR und ZDF.
Zimmermann moderierte im ZDF vom 20. Oktober 1967 bis zum 24. Oktober 1997 300 Folgen der von ihm konzipierten Fernsehserie Aktenzeichen XY … ungelöst sowie von 1964 bis 1997 161 Sendungen der ebenfalls von ihm initiierten Reihe Vorsicht Falle! – Nepper, Schlepper, Bauernfänger. Im Herbst 1997 zog er sich aus der Arbeit vor den Kameras zurück, arbeitete aber weiterhin eng mit der Redaktion von XY zusammen. Ferner betrieb Zimmermann ein Sicherheitsportal im Internet in Zusammenarbeit mit dem ZDF.
Zimmermann war seit 1960 mit Ehefrau Rosmarie (1921–2008) verheiratet und lebte im schweizerischen Leukerbad (Wallis). Seine Adoptivtochter Sabine Zimmermann war von 1987 bis 2001 Co-Moderatorin von XY und präsentierte zwischen 1997 und 2001 auch die Sendung Vorsicht Falle!; seither agiert sie hinter den Kameras als Produktionsleiterin von XY.
Seinen letzten Fernsehauftritt hatte Zimmermann in der 400. Sendung von XY am 10. Mai 2007 an der Seite der ehemaligen Leiter des Zürcher XY-Aufnahmestudios, Konrad Toenz, Werner Vetterli und Stephan Schifferer.
Nach dem Tod seiner Frau im Januar 2008 zog Zimmermann wieder nach München. Dort starb er, an Demenz erkrankt, am 19. September 2009 im Christophorus-Hospiz.
1976 zählte Zimmermann zu den Gründern des Opferhilfsvereins Weißer Ring e. V. und war bis 1994 dessen Vorsitzender; danach bis 2000[2] Ehrenvorsitzender.
1966 erhielt er für die Moderation von Vorsicht Falle die Goldene Kamera. Zur 100. Sendung von XY im Oktober 1977 wurde Zimmermann das Bundesverdienstkreuz am Bande, im Juli 1986 dann das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. 1982 erhielt er den Humanitären Preis der deutschen Freimaurer und 1990 einen Bambi. Er war zudem Träger des Bayerischen Verdienstordens.
Seine Vergangenheit als Straftäter machte Zimmermann selbst 2005 durch seine Autobiografie bekannt. In einem Zeitungsinterview stellte er fest, die Zeit habe ihn hart gemacht: „Ich bin sozusagen der Beweis dafür, dass man von der schiefen Bahn wieder runterkommt, wenn man es will.