Robert Müller
Robert Müller (* 25. Juni 1980 in Rosenheim; † 21. Mai 2009 Köln) war ein deutscher Eishockeytorhüter. Im Verlauf seiner Karriere bestritt er insgesamt 387 Spiele für die Starbulls Rosenheim, Adler Mannheim, Krefeld Pinguine, Füchse Duisburg und Kölner Haie in der Deutschen Eishockey Liga. Darüberhinaus absolvierte er 127 Partien im Dress der deutschen Nationalmannschaft.
Seine sportliche Laufbahn begann Robert Müller im Alter von fünf Jahren, als er 1985 erste Erfahrungen beim Sportbund Rosenheim auf dem Eis sammelte. Der Goalie blieb bis zur Saison 1996/97 beim Sportbund DJK Rosenheim und wurde in dieser Zeit mit seiner Mannschaft viermal Bayerischer Meister, ehe er 1997 für eine Saison zum EHC Klostersee in die damals drittklassige „2. Liga“ wechselte. 1998 ging Müller zurück nach Rosenheim und blieb dort bis zum Jahr 2000 bei den Starbulls in der DEL. Beim NHL Entry Draft 2001 wurde der Bayer schließlich in der neunten Runde an 275. Stelle von den Washington Capitals ausgewählt, erhielt allerdings niemals die Chance in Nordamerika zu spielen.
Müller blieb in der DEL, wo er zunächst für die Adler Mannheim im Tor stand und mit dem Team schließlich 2001 Deutscher Meister und 2002 Vizemeister werden konnte. Anschließend unterschrieb der Torhüter einen Vertrag bei den Krefeld Pinguinen, mit denen er in der Saison 2002/03 erneut Deutscher Meister wurde. Nach vier Jahren in Krefeld kehrte Müller zur Saison 2006/07 wieder zu den Adler Mannheim zurück und unterschrieb dort einen Dreijahres-Vertrag.
Im November 2006 traten bei Müller vor dem Deutschland Cup in Hannover Schwindelanfälle auf, derentwegen er abreisen musste. Nach Untersuchungen in der Heidelberger Kopfklinik wurde bei ihm ein bösartiger Hirntumor entdeckt und operativ teilentfernt. Nach diesem Eingriff musste sich der Torhüter einer Chemo- und Strahlentherapie unterziehen, wodurch es ihm zunächst als scheinbar unmöglich erschien, für den Rest der Saison 2006/07 Leistungssport zu betreiben. Dennoch stand der Linksfänger am 3. Februar beim DEL All-Star Game 2007 vor eigenem Publikum im Tor und wurde zum Skoda Cup in der Schweiz wieder in die Nationalmannschaft berufen. Beim Saisonfinale mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft am 17. April 2007 in der SAP Arena stand Müller die letzten 31 Sekunden beim 5:2 über die Sinupret Ice Tigers im Tor der Adler Mannheim, nachdem die Fans ihn lautstark gefordert hatten.
Während der Saison 2007/08 wurde Müller an den EV Duisburg ausgeliehen, mit der Option, zu den Adlern Mannheim wieder zurückzukehren, sollte dies im Saisonverlauf nötig werden. Im Dezember 2007 einigten sich die Kölner Haie und die Adler Mannheim auf einen sofortigen Wechsel von Robert Müller in die Domstadt. Er ersetzte beim KEC den nach Russland gewechselten Travis Scott und erhielt einen Vertrag bis 2010. Am 22. März 2008 zeigte der Torhüter trotz seiner Erkrankung eine überragende Leistung, als er im 3. Play-off-Viertelfinale den Kölner Haien zum Sieg gegen Adler Mannheim verhalf, in einem Spiel, das mit einer Dauer von sechseinhalb Stunden als das bisher längste Profi-Eishockeyspiel auf deutschem Boden und das zweitlängste der Welt gilt.[1] Im August 2008 musste sich der Torwart einer erneuten Operation unterziehen, bei der nach offiziellen Angaben Gewebeproben entnommen wurden.[2] Tatsächlich war der Tumor jedoch in kürzester Zeit rasant gewachsen und drückte auf Blutgefäße, wodurch Lebensgefahr für Müller bestand. Bei der Operation wurden wie beim ersten Eingriff große Teile der Geschwulst entfernt. Seit Ende Oktober stand der Torhüter wieder auf dem Eis, um für sein Comeback zu trainieren. Anfang November 2008 hatte er seinen Arzt Professor Wolfgang Wick von der Schweigepflicht entbunden, der die Schwere der Krankheit veröffentlichte. Robert Müller war zu diesem Zeitpunkt bereits über die mittlere Lebenserwartung bei einer solchen Erkrankung an einem Tumor, der als Glioblastom – einem Tumor vierten Grades – bezeichnet wird, hinweg.
Am 16. November 2008 wurde Müller im Spiel der Kölner Haie gegen die Sinupret Ice Tigers in den letzten acht Minuten der Partie eingesetzt und feierte sein Comeback, Mitte Dezember 2008 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand erneut dramatisch.
Im März 2009 wurde Robert Müller auf einer außerplanmäßigen Veranstaltung in die Deutsche Hockey Hall of Fame aufgenommen. Am 21. Mai 2009 verstarb er an seiner Erkrankung. Die Kölner Haie, die Adler Mannheim, der EHC Klostersee sowie sein Heimatverein, die Starbulls Rosenheim beabsichtigen, die Rückennummer 80 zu seinen Ehren nicht mehr zu vergeben.
Schon seit 1999 gehörte Robert Müller der Deutschen Eishockeynationalmannschaft an, er teilte sich dort die Torwartposition mit vier Kollegen aus Deutschen Eishockey Liga und National Hockey League. Bei Länderspielen und im Verein trug Müller die Rückennummer 80 für sein Geburtsjahr. Mit der Nationalmannschaft hat der Keeper bei vielen Weltmeisterschaften, beispielsweise 1999 in Dänemark, 2000 in Polen, 2001 in Deutschland, 2002 in Schweden, 2005 in Wien und Innsbruck, 2006 in Frankreich und den Olympischen Spielen in Salt Lake City teilgenommen.
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