Lebendige Erinnerung

 

10. November 2008

Miriam Makeba

Miriam Makeba (* 4. März 1932 in Prospect Township, nahe Johannesburg, Südafrika; † 10. November 2008 in Castel Volturno, Italien; vollständiger Name Zenzile Makeba Qgwashu Nguvama Yiketheli Nxgowa Bantana Balomzi Xa Ufun Ubajabulisa Ubaphekeli Mbiza Yotshwala Sithi Xa Saku Qgiba Ukutja Sithathe Izitsha Sizi Khabe Singama Lawu Singama Qgwashu Singama Nqamla Nqgithi, auch bekannt als Mama Afrika) war eine südafrikanische Sängerin und eine Vertreterin der Weltmusik. Sie setzte sich vehement gegen die frühere Apartheid-Politik Südafrikas zur Wehr und engagierte sich bis zu ihrem Tode politisch und humanitär.

Ihre musikalische Laufbahn begann Miriam Makeba als Sängerin der Gruppen Cuban Brothers und Manhattan Brothers. Später gründete sie das Frauen-Trio The Skylarks.

Nachdem sie 1959 durch ihren Auftritt in dem Anti-Apartheid-Film Come Back Africa Aufsehen erregt hatte, kehrte sie nicht sofort in ihre Heimat zurück, woraufhin ihr die Rückreise verweigert wurde. Daraufhin half ihr Harry Belafonte bei der Einreise in die USA und bei ersten Auftritten in Los Angeles und New York. Damit begann ihre Weltkarriere.

1963 sprach sie erstmals vor der UNO und verlangte den Boykott des südafrikanischen Apartheid-Regimes. 1968 heiratete sie den Bürgerrechtler Stokely Carmichael.

Ihr größter internationaler musikalischer Erfolg war Pata Pata (1967). Dieses Lied schaffte es in die US-amerikanischen Charts. Zu ihren weiteren bekannten Liedern zählen Soweto Blues sowie eine Version von Mbube (The Lion Sleeps Tonight), die sie unter anderem auf der Feier zum 45. Geburtstag John F. Kennedys im Madison Square Garden am 19. Mai 1962 sang.

Im Herbst 1974 trat sie mit James Brown, B. B. King, The Spinners und The Crusaders auf einem Großkonzert in Afrika auf. Es war Teil des Rahmenprogramms für den von Don King veranstalteten historischen Boxkampf (Rumble in the Jungle, dt.: „Der Kampf im Dschungel“) zwischen dem damaligen Schwergewichts-Weltmeister George Foreman und dem Ex-Weltmeister Muhammad Ali, der am 30. Oktober 1974 in Kinshasa (Zaire, heute: Demokratische Republik Kongo) stattfand.

Ihre in erster Ehe 1950 geborene, einzige Tochter Bongi Makeba starb 1985. 1986 sang sie ein Duett mit Paul Simon auf dessen Konzert. 1987 begleitete sie ihn auf dessen Graceland-Tour. Nach drei Jahrzehnten Exil in den USA und Guinea kehrte sie 1990, auf Bitte von Nelson Mandela, nach Südafrika zurück und lebte wieder in Johannesburg.

Am 26. September 2005 erklärte Miriam Makeba ihren Abschied von der Bühne. Eine letzte Welttournee führte sie noch durch die USA, Kuba, Brasilien, Venezuela, Skandinavien und Deutschland. Am 25. Mai 2006 gab Miriam Makeba auf dem 18. Africa Festival in Würzburg ihr letztes Konzert in Deutschland.

Am 9. November 2008 trat Miriam Makeba auf einem Benefizkonzert für Roberto Saviano in Castel Volturno in Italien auf. Auf der Bühne erlitt sie einen Herzinfarkt und verstarb am frühen Morgen des 10. November im Krankenhaus.

Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen, darunter den Grammy, den Dag-Hammarskjöld-Preis und die Otto-Hahn-Friedensmedaille. 2002 wurde sie mit dem inoffiziellen „Nobelpreis für Musik“, dem Polar Music Prize ausgezeichnet.



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