Paul Newman
Paul Leonard Newman (* 26. Januar 1925 in Shaker Heights, Ohio; † 26. September 2008 in Westport, Connecticut) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Rennfahrer und Unternehmer.
Er war in zweiter Ehe seit dem 29. Januar 1958 mit Joanne Woodward verheiratet und hatte fünf Töchter aus seinen beiden Ehen. Sein Sohn Scott starb 1978. Zwischen den 1950er und 1980er Jahren zählte Newman zu den populärsten Hollywood-Stars. Er spielte in vielen Filmklassikern die Hauptrolle.
Paul Newman wurde 1925 in Shaker Heights (einem Vorort von Cleveland) in Ohio geboren. Sein Vater, zu dem er ein gespanntes Verhältnis hatte, starb früh. Bereits in jungen Jahren sammelte er erste schauspielerische Erfahrungen in einem Clevelander Kindertheater. 1943 meldete er sich freiwillig bei der US Navy und wollte Pilot werden. Aber er war auf Grund seiner Farbenblindheit nicht geeignet, ein Flugzeug zu steuern. Daraufhin verrichtete er drei Jahre Dienst als Funker an Bord eines Torpedobombers im pazifischen Raum.
Wieder in Amerika, lernte Newman 1947 die Schauspielerin Jacqueline Witte kennen, die er zwei Jahre später heiratete. Seinen Lebensunterhalt verdiente sich das junge Paar mit einem ererbten Sportgeschäft.
Als Paul Newman 1949 sein Studium am Kenyon College abschloss, verkaufte er kurz darauf seine Anteile an dem Geschäft und schrieb sich in New York an der Yale Drama School ein, um Schauspielunterricht zu nehmen. Nach nur einmaligem Vorsprechen wurde er 1953 an Lee Strasbergs legendärem Actors Studio zugelassen. Er begann sein Studium in einer Klasse mit Eli Wallach, Rod Steiger, Julie Harris und Geraldine Page. Mit Jobs in Fernseh-Livesendungen und mit Engagements am Broadway verdiente er sich seinen Lebensunterhalt. In dieser Zeit lernte er Joanne Woodward kennen, die wie er am Broadway als zweite Besetzung engagiert war. Die erste Aufmerksamkeit erregte er mit seiner Rolle als Alan Seymour im Stück Picnic – es wurde ein Erfolg und brachte ihm seinen ersten Filmvertrag bei der Warner Brothers Company in Hollywood ein.
1954 spielte er den griechischen Sklaven Wassili in der Produktion Der silberne Kelch – seine erste Filmrolle. Rückblickend bezeichnet Newman diese Rolle als Katastrophe. Die Kostümierung war ihm derart peinlich, dass er sich nicht traute in die Kamera zu schauen. Zur selben Zeit drehte er Probeaufnahmen mit James Dean für Jenseits von Eden unter der Regie von Elia Kazan, erhielt aber die Rolle des Aron nicht. Da sein Vertrag es ihm einräumte, ging er an den Broadway zurück und trat als Hauptrolle gemeinsam mit Karl Malden in The Desperate Hours auf.
Erst 1956 wagte er sich erneut vor die Filmkamera. Diesmal als Box-Champion Rocky Graziano in Die Hölle ist in mir. Die Ähnlichkeit mit Marlon Brando, sein sportlicher Körper und seine stechend blauen Augen waren bald darauf in Hollywood gefragt. 1957 erhielt er für seine Leistung in Der silberne Kelch an der Seite von Pier Angeli den Golden Globe Award als Bester Nachwuchsdarsteller.
1958 heirateten Paul Newman und Joanne Woodward, nachdem er von seiner ersten Frau, der Schauspielerin Jacqueline Witte, 1956 geschieden worden war.
Eine geschickte Drehbuchauswahl, Variabilität und Ehrgeiz brachten schnell künstlerischen und finanziellen Erfolg, sodass er bald zur Riege der gefragtesten Hollywoodstars aufstieg. 14 Filme dreht er mit seiner Frau Joanne Woodward.
Aus seiner Leidenschaft zu kochen entstand die eigene Lebensmittelkette Newman’s Own, die weit über 200 Millionen Dollar erwirtschaftet hat, womit mehrere soziale Projekte finanziert wurden. So gründete Newman mit seiner Frau das The Hole in the Wall Gang Camp (ausgezeichnet mit dem Lego-Preis 1996) für krebskranke Kinder und Kinder mit anderen lebensbedrohenden Blutkrankheiten. In Gedenken an seinen 1978 verstorbenen Sohn aus erster Ehe rief er die nach ihm benannte Scott Newman Foundation ins Leben, die sich dem Kampf gegen den Drogenmissbrauch von Jugendlichen verschrieben hat.
Auch politisch war Newman seit den 1960er Jahren außerordentlich engagiert. Er war aktiver Teilnehmer der Bürgerrechtsbewegung, unterstützte die Abrüstungskampagnen während des Kalten Krieges und nutzte sein Image um Spendengelder zu sammeln. Unter Präsident Nixon stand er auf dessen berüchtigter „Feindesliste“ auf Rang Nummer 19 – was er einmal als eine seiner besten Auszeichnungen pries.
Bei den Dreharbeiten zum Film „Winning“ („Indianapolis – Wagnis auf Leben und Tod“) im Jahre 1969 fand er Geschmack am Rennsport, wie auch seine Kollegen James Garner und Steve McQueen. Im Mai 2007 gab er in der US-amerikanischen Nachrichtensendung Good Morning America nach fünf Jahrzehnten seinen Rücktritt aus dem Schauspielfach bekannt. Grund dafür seien sein immer schlechter werdendes Gedächtnis sowie sein geschwundenes Selbstvertrauen.
Anfang Juni 2008 berichteten Medien, dass Newman schon mehrere Monate an Lungenkrebs leide und stationär im New Yorker Sloan-Kettering-Krebszentrum behandelt wird. Der Schauspieler, der als Kettenraucher galt, ließ Krankheitsberichte wie auch in der Vergangenheit offiziell zunächst dementieren. Im August verschlechterte sich sein Zustand dramatisch, sodass Paul Newman auf eigenen Wunsch nach Abbruch der Chemotherapie nach Hause entlassen wurde. Am 26. September 2008 verstarb Paul Newman 83-jährig in seinem Haus in Westport, Connecticut, aufgrund von Lungenkrebs.