Lebendige Erinnerung

 

16. September 2008

Norman Whitfield

Norman Jesse Whitfield (* 1943 in New York City; † 16. September 2008 in Los Angeles) war ein Soul/Rhythm and Blues-Produzent und Songwriter, der vor allem durch seine Arbeit für Berry Gordys Motown-Label in den 1960er und ‘70er Jahren bekannt wurde.

Als Teenager war Whitfields größtes Hobby das Poolbillard-Spielen. Das änderte sich, als er sich Ende der 1950er Jahre in Detroit niederließ und damit begann, in einigen lokal bekannten R&B-Bands aufzutreten. Schon im Alter von 18 Jahren bekam Whitfield einen Job als Produzent und Songwriter bei Thelma Records. Er arbeitete nun mit Interpreten wie den Distants, Richard Street und Popcorn & the Mohawks zusammen.

Ab dem nächsten Jahr hielt sich Whitfield oft in den Motown-Studios auf, um mehr über das Aufnehmen und Produzieren von Songs zu erfahren. Schließlich wurde er von Berry Gordy bei dem Label angestellt, wo er sich nun Demos unbekannter Künstler anhörte und mitentschied, welche Bands und Musiker bei Motown angestellt werden würden. Ende 1962 begann Whitfield dann vor allem Songs zu schreiben, einer seiner frühen Erfolge war I Couldn’t Cry If I Wanted To, geschrieben zusammen mit Eddie Holland, aufgenommen von den Temptations. Es folgten Klassiker wie Too Many Fish in the Sea von den Marvelettes und Needle in a Haystack von den Velvelettes.

1963 begann Whitfield eine Reihe von Songs für The Temptations zu produzieren und ab 1966 wurde er Hauptproduzent der Band, nachdem sein Ain’t Too Proud to Beg ein größerer Hit geworden war als Get Ready, produziert von Smokey Robinson, der die meisten ehemaligen Hits der Temptations zu verzeichnen hatte. Im Jahre 1967 kam I Heard It Through the Grapevine von Gladys Knight & the Pips auf den Markt, das Whitfield zusammen mit Barrett Strong komponiert hatte. Der Song wurde ein großer Erfolg, der im nächsten Jahr durch die Version Marvin Gayes noch überboten wurde.

Whitfield und Strong beschlossen daraufhin, weiter als Songwriter-Team zusammenzuarbeiten. Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre, als sich die Temptations stark in Richtung Psychedelic Soul bewegten, schrieben Whitfield und Strong unter anderem die Hits Cloud Nine, I Can’t Get Next to You, Ball of Confusion (That’s What the World Is Today) und Papa Was a Rollin’ Stone für die Band. 1970 hatte Whitfield außerdem zusammen mit Eddie Holland den Hit War von Edwin Starr verfasst, der der größte Erfolg Whitfields überhaupt werden sollte.

1975 verließ er dann Motown, um sein eigenes Label Whitfield Records zu gründen. Er produzierte Künstler wie The Undisputed Truth, Taka Boom und Rose Royce. Royces Single Car Wash schaffte immerhin eine #3 in den Pop-Charts. Der Song war eine Auskopplung aus dem Soundtrack des gleichnamigen Filmes. Whitfield wurde für seine Musik zu diesem Film auf dem Filmfestival Cannes 1977 ausgezeichnet. Anfang der 1980-er Jahre begann Whitfield dann wieder für Motown zu arbeiten.



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