Lebendige Erinnerung

 

11. September 2008

Klaus J. Jacobs

Klaus Johann Jacobs (* 3. Dezember 1936 in Bremen; † 11. September 2008 in Küsnacht) war ein deutscher, später schweizerischer Unternehmer und Mäzen.

Jacobs studierte zunächst an der Universität Hamburg, später an der Stanford University. Anschließend war er in der weltweiten Kaffee- und Schokoladenindustrie tätig, unter anderem mehrere Jahre in Mittelamerika. 1962 wurde er Leiter der Einkaufs- und Marketingabteilung der Jacobs AG.
1970 übernahm Klaus J. Jacobs von seinem Vater Walther J. Jacobs die Geschäftsführung des Kaffeehandelshauses Joh. Jacobs + Co. (Marke: Jacobs Kaffee), das sein Großonkel Johann Jacobs in der Bremer Altstadt gegründet hatte und das heute zu Kraft Foods, einer Tochter der Altria, früher Philip Morris, gehört. 1973 verlegte er den Sitz des Handelshauses nach Zürich und 1982 übernahm er die Schweizer Interfood mit den Firmen Tobler und Suchard (letztere ist heute Teil von Kraft Foods). KJJ, wie Klaus J. Jacobs in Kurzform von seinen Freunden und Angestellten genannt wird, wurde Schweizer und vertrat als Kadermitglied der Nationalmannschaft die Schweiz zudem im Dressurreiten.
1990 verkaufte Klaus J. Jacobs die Jacobs Suchard AG an Altria, da er seiner Darstellung nach seine Geschwister auszahlen musste. Klaus Jacobs wagte darauf einen Neuanfang mit aus der Konkursmasse von Werner K. Rey erworbenen Firmen. Nach mehreren Fusionen, insbesondere zwischen der Adia Interim (Klaus J. Jacobs) und der französischen Ecco (Philippe Foriel-Destezet) entstand daraus die Firma Adecco SA (Zeitarbeit). Zudem gehörten ihm noch als „Überbleibsel“ aus dem Jacobs-Suchard Verkauf an Philip Morris die Firma Barry Callebaut (Herstellung von Rohschokolade / Industrieschokolade). Die diversen Beteiligungen (u. a. Infront) werden inzwischen von der Jacobs Holding AG mit Sitz in Zürich verwaltet.
Eigentlich wollte sich Klaus J. Jacobs an seinem 65. Geburtstag aus dem Geschäftsleben zurückziehen und auf seiner Pferdefarm (Newsells Park Stud) in der Nähe von Oxford, England, zur Ruhe setzen (das Gestüt Fährhof, von seinem Vater Walther J. Jacobs aufgebaut, gehört ebenfalls der Familie Jacobs). Zwischenzeitlich stand er jedoch wieder an der Spitze von Adecco, nachdem es im Verwaltungsrat von Adecco Meinungsverschiedenheiten mit seinem Geschäftspartner Philippe Foriel-Destezet gegeben hatte.
Klaus J. Jacobs hatte zwei Söhne aus erster Ehe (Christian Jacobs und Andreas Jacobs) sowie zwei Söhne und zwei Töchter aus zweiter Ehe (mit Renata Jacobs, geborene Fraschetti). Er war sozial engagiert und hat im Jahre 1995 den sogenannten Chairman’s Award ins Leben gerufen. Er gründete die „Jacobs Foundation“ (Jacobs Stiftung), die sich der Jugendförderung verschrieben hat. Das Stiftungskapital hatte zum Zeitpunkt des Vermögensübertrags 2001 einen Effektivwert von 1,5 Milliarden Schweizer Franken, mit Stand 31. Dezember 2007 lag der Wert bei 3,38 Milliarden Schweizer Franken. Sie ist damit eine der größten Wohltätigkeitsstiftungen der Schweiz. Jährlich werden von ihr 25 Millionen Franken ausgegeben. Jacobs war außerdem ein bedeutender Kunstmäzen.
Jacobs war Mitglied der World Scout Foundation, die die internationale Pfadfinderbewegung finanziell unterstützt, von 1996 bis 1998 war er Präsident der Freunde des Nationalparks Hohe Tauern, ab 2003 mehrere Jahre Mitglied im Verwaltungsrat der Opernhaus Zürich AG und außerdem Mitglied im Vorstand der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth.
Am 11. September 2008 starb Klaus J. Jacobs im Alter von 71 Jahren an einem Krebsleiden.



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