Lebendige Erinnerung

 

8. September 2008

Rudolf Leiner

Rudolf Leiner junior (* 22. März 1913 in St. Pölten; † 8. September 2008) war ein österreichischer Unternehmer und Besitzer der Möbelhausketten Rudolf Leiner GmbH und kika.

Leiners Eltern, Rudolf senior und Therese, hatten 1910 ein Bettwarengeschäft am St. Pöltner Rathausplatz erworben und das Familienunternehmen durch geschicktes Marketing und weitere Dienstleistungen bald zur wirtschaftlichen Blüte geführt.
Rudolf Leiner junior besuchte in St. Pölten die Mittelschule und erhielt eine Ausbildung an der Handelsakademie in Linz, wo er seine Frau Frieda kennenlernte. Zu Beginn der 1930er Jahre war er zunächst in Salzburg Volontär und arbeitete auch bei Kaufhäusern in Graz und Innsbruck. 1935 kehrte er in den väterlichen Betrieb zurück, wurde aber im Zweiten Weltkrieg zur Wehrmacht eingezogen, wo er mit der 2. Panzerdivision in fast allen Feldzügen an vorderster Front zu kämpfen hatte. In diesem Krieg wurden Teile des Stammhauses durch Bombenangriffe auf St. Pölten zerstört.
Nach der Freilassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft wirkte er mit seiner Familie am Neuaufbau des Unternehmens mit und übernahm 1948 als geschäftsführender Gesellschafter die Leitung. Anfang der 1950er Jahre wurde der erste Lieferwagen angekauft. Das Sortiment wurde in dieser Zeit ausgebaut: Matratzen und Couchen wurden in das Stammprogramm aufgenommen. Im Bereich Werbung leistete Leiner wie schon sein Vater Pionierarbeit: Anfang der 1950er Jahre kam der erste Leiner-Prospekt mit färbiger Titelseite heraus. Nach und nach konnte die Produktion auf 15 Mitarbeiter aufgestockt werden. Mitte der 1950er Jahre war der Wiederaufbau beendet. „Der Leiner“ hatte 40 Mitarbeiter, mehr als vor dem Krieg, an Verkaufsräumen und Lagerflächen standen insgesamt 2.500 Quadratmeter zur Verfügung. Schon damals wurden den Kunden Teilzahlungssysteme und zinsenlose Kredite angeboten.
Die Expansion begann im Jahr 1954. Das Stammhaus wurde massiv erweitert und im Laufe der Jahre umgebaut. Im Jahr 1960 wurden dann in Wiener Neustadt und 1962 in Bruck an der Mur die ersten Filialen gebaut. Der Kauf des Bekleidungshauses Esders in der Wiener Mariahilferstraße erwies sich als gute Entscheidung. 1970 begann dann die nächste Expansionswelle: Wels, danach 1971 Linz, dann Graz und Judenburg.
1973 gründete er als zusätzliches Standbein gemeinsam mit Dkfm. Dr. Herbert Koch (* 1941) die Kika-Handelsgesellschaft als zusätzliches Standbein.



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