Lebendige Erinnerung

 

14. April 2008

Horst Bingel

Horst Bingel (* 6. Oktober 1933 in Korbach; † 14. April 2008 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Schriftsteller, Lyriker, Grafiker und Herausgeber.

Bingel studierte nach einem Buchhändlerexamen Malerei und Bildhauerei. Seit 1954 lebte er als freier Schriftsteller in Frankfurt am Main. Horst Bingel redigierte von 1957 und von 1964 bis 1969 edierte er als Herausgeber die „Streit-Zeit-Schrift“.

1965 gründete er das Frankfurter Forum für Literatur. Die Koffer des Felix Lumpach wurde nach Texten von Horst Bingel von dem Regisseur Gerd Winkler verfilmt und am 13. Oktober 1966 in Berlin mit dem Hauptdarsteller Hanns Dieter Hüsch uraufgeführt. Er gab mehrere Lyrik– und Prosaanthologien heraus. Horst Bingel war an der Organisation und Veranstaltung zahlreicher internationaler Autorentreffen beteiligt. Von 1974 bis 1976 war er Vorsitzender des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS). Von 1983 bis 1985 wurde er zum Stadtschreiber in Offenbach am Main berufen.

Bingel war verheiratet mit Barbara Bingel (* 1953).

Horst Bingel verfasste zumeist knappe, saloppe und überraschende Gedichte und Geschichten, die von Witz, Ironie, Pointe und Skurrilität und Vertracktheit geprägt sind. Themen waren die Stadt, die Liebe, die Natur, die Politik und die Gesellschaft.

Seine politische Lyrik ähnelte Liedern, die das Groteske und Paradoxe unverschleiert ausdrücken. Der Schriftsteller Karl Krolow bezeichnete seine Gedichte als auf den Augenblick und für den Augenblick geschrieben, trotzdem bleibe sein Werk aktuell.

Seine sprachlich knappen lakonischen Ausführungen waren Kürzel mit der Aufgabe, gegen konventionelle Denkschemata zu rebellieren und sie damit zu desillusionieren.



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