Lebendige Erinnerung

 

16. Oktober 2007

Deborah Kerr

Deborah Kerr, CBE (* 30. September 1921 in Helensburgh, Schottland; † 16. Oktober 2007 in Suffolk, England, gebürtige Deborah Jane Kerr-Trimmer) war eine britische Filmschauspielerin.

Deborah Jane Kerr wurde als Tochter eines Offiziers geboren. Sie verlor ihren Vater mit 14 Jahren und übersiedelte danach mit ihrer Mutter in die Nähe von Bristol.

Dort besuchte sie bis 1936 die Internatsschule Northumberland House und anschließend die von ihrer Tante Phyllis Smale geleitete Hicks-Smale-Schauspielschule, sammelte erste schauspielerische Erfahrungen bei Liebhaberaufführungen und las für BBC Bristol Kindergeschichten im Radio. 1937 zog sie nach London und besuchte die Ballettschule des Sadler’s Wells-Theaters, wo sie 1938 erstmals als Tänzerin auftrat. Nach ersten kleinen Schauspielrollen in Shakespeare-Aufführungen des Freilichttheaters im Regent’s Park, London, wurde sie 1940 Ensemblemitglied des Oxford Playhouse. Im selben Jahr bekam sie eine kleine Rolle in der George-Bernard-Shaw-Verfilmung Major Barbara von Gabriel Pascal. Während des Krieges trat sie in Frankreich, Belgien und Holland an Fronttheatern für die alliierten Truppen auf. Dabei lernte sie ihren ersten Ehemann, den Jagdflieger Anthony Bartley, kennen, den sie 1945 heiratete. Die Ehe, aus der zwei Töchter hervorgingen, wurde 1959 geschieden.

1947 gelang ihr mit Schwarze Narzissen der Durchbruch als Schauspielerin. Diese Rolle verschaffte ihr einen Vertrag bei MGM. Dort spielte sie ihre erste Rolle neben Clark Gable in The Hucksters. Aufgrund ihrer patrizischen Erscheinung wurde die Schauspielerin vom Studio als legitime Nachfolgerin von Greer Garson gehandelt und hauptsächlich als teetrinkende Dame eingesetzt. Die tränenreiche Romanze When Winter Comes setzte sie daher auch neben Walter Pidgeon, dem langjährigen Partner der Garson ein. Eine Ausnahme bildete ihr Auftritt als alkoholkranke Ehefrau von Spencer Tracy in Edward, mein Sohn, der ihr 1949 die erste von sechs Oscarnominierungen einbrachte.

Ab 1951 wurde sie in den für MGM damals typischen Monumentalfilmen besetzt. Oft war sie an der Seite von Stewart Granger zu sehen, mit dem sie u.a. in König Salomons Diamanten auf Expedition in den Studiodschungel ging. An der Seite von Robert Taylor verkörperte sie im selben Jahr die junge Christin Lygia in Mervyn LeRoys Quo Vadis. Der Film war ursprünglich mit Gregory Peck und Elizabeth Taylor in den Hauptrollen begonnen.

1953 spielte Deborah Kerr eine kleine Nebenrolle in dem Historienfilm Die Thronfolgerin neben Jean Simmons, die seit ihrer Mitwirkung in Schwarze Narzissen selbst zum Star in Hollywood aufgestiegen war. Im selben Jahr gelang ihr ein erfolgreicher Imagewechsel: Nachdem Joan Crawford sich aufgrund von Misshelligkeiten über das Drehbuch sowie die Kostümauswahl aus der Mitwirkung in Fred Zinnemanns Verdammt in alle Ewigkeit zurückgezogen hatte, übernahm Deborah Kerr die Rolle der Karen Holmes, einer leidenschaftlichen Offiziersgattin und Ehebrecherin, an der Seite von Burt Lancaster. Kerrs britisch-unterkühlte und zugleich unter der Oberfläche brodelnde Aura kontrastierte effektiv mit der machohaften Art von Lancaster.

1956 übernahm sie die weibliche Hauptrolle als Anna Leonowens an der Seite von Yul Brynner in der Verfilmung von Der König und ich. Eine ihrer aufgrund zahlreicher Wiederholungen im Fernsehen bekanntesten Rollen spielte sie ein Jahr später in dem Remake des Irene-Dunne-Charles-Boyer-Klassikers Love Affair: Die große Liebe meines Lebens. Als ihre größte Herausforderung bezeichnete die Schauspielerin ihre Rolle einer unterdrückten jungen Frau in Getrennt von Tisch und Bett aus dem Jahr 1958. Ihr Filmpartner David Niven gewann für seine Rolle einen Oscar. Elia Kazans Das Arrangement war 1969 ihr letzter Hollywoodfilm. Danach wirkte sie bis 1985 in britischen Film- und Fernsehproduktionen mit, darunter dem Remake des Billy-Wilder-Klassikers Zeugin der Anklage, und trat regelmäßig am Broadway und im Londoner West End auf.

Kerr lebte zuletzt mit ihrem zweiten Ehemann, dem Schriftsteller Peter Viertel, den sie 1960 geheiratet hatte, in Klosters, Schweiz. Sie war an Parkinson erkrankt. Trotz ihrer Krankheit nahm sie den ihr 1994 verliehenen Ehren-Oscar in Hollywood persönlich entgegen. 1998 wurde ihr der Commander of the Most Excellent Order of The British Empire verliehen.

Robert Mitchum, mit dem die Schauspielerin drei Filme gemeinsam drehte, bezeichnete die Chemie zwischen ihnen als so gut, dass man ihre gemeinsamen Szenen an getrennten Orten drehen könnte und das zusammengeschnittene Ergebnis wäre eine perfekte Übereinstimmung.


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