Lebendige Erinnerung

 

10. September 2007

Jane Wyman

Jane Wyman (* 5. Januar 1914 in St. Joseph, Missouri, USA; † 10. September 2007 in Palm Springs, Kalifornien, USA; eigentlich Sarah Jane Mayfield) war eine US-amerikanische Schauspielerin. Sie nannte sich auch Sarah Jane Fulks.

Jane Wymans Eltern ließen sich scheiden, als sie vier Jahre alt war. Ihr Vater starb wenige Monate später und die Mutter gab die Tochter zu Pflegeeltern.

Die Schauspielerin begann ihre Karriere 1930 unter dem Namen Jane Durrell als Sängerin beim Radio. 1936 bekam sie ihre ersten Rollen in Hollywood. Sie drehte bei der Warner Brothers für die nächsten Jahre eine lange Reihe von B-Filmen, ohne dauerhaften Eindruck beim Publikum oder den Kritikern zu hinterlassen.

Der Durchbruch gelang ihr 1944 mit der Komödie The Doughgirls, der sie als exaltierte Soldatin zeigte, die aus dem Fenster ihres Hotels heraus auf Tauben schießt. Dem Regisseur Billy Wilder gefiel ihre Darstellung so sehr, dass er von ihr 1945 Probeaufnahmen für den Film Das verlorene Wochenende (The Lost Weekend) machte und ihr am Ende die weibliche Hauptrolle gab. Ein Jahr später erhielt sie ihre erste Oscar-Nominierung für The Yearling, in dem sie unter der Regie von Clarence Brown die Ehefrau von Gregory Peck in einem Drama um verarmte Leute (engl. white trash) in den Sümpfen von Florida spielte. Ihr Heimatstudio gab ihr schließlich eine gute Rolle als taubstummes Opfer einer Vergewaltigung in dem Drama Johnny Belinda. Wyman ging bei der Vorbereitung auf die Rolle so weit, dass sie tagelang mit Wachs in den Ohren herumlief, um ein Verständnis für den Charakter zu entwickeln. Für ihre Darstellung erhielt sie 1948 den Oscar als beste Hauptdarstellerin.

In den nächsten Jahren war Wyman neben Doris Day der größte weibliche Star des Studios, was sich auch darin zeigte, dass Studioboss Jack Warner der bisherigen Topattraktion Bette Davis anbot, die Mutter von Wyman in der Verfilmung des Stücks Die Glasmenagerie (The Glass Menagerie) zu spielen. Im selben Jahr, 1950, drehte sie neben Marlene Dietrich in Die rote Lola (Stage Fright), einem der schwächsten Filme Alfred Hitchcocks. Der Film zeigte der Wyman als graue Maus neben der glamourösen Dietrich, die einen Bühnenstar spielte. Wie Hitchcock berichtete, war Wyman mit ihrem Aussehen nicht einverstanden und beschwerte sich ununterbrochen. Beide Schauspielerinnen kamen nicht sonderlich gut miteinander aus und der Film war ein finanzieller Reinfall.

Während die Kritiken für diese beiden Filme eher durchwachsen waren, konnte die Schauspielerin für die Rolle einer aufopferungsvollen Erzieherin in dem Melodrama The Blue Veil 1951 erneut eine Oscarnominierung erringen. In den nächsten Jahren fand Wyman ihre besten Rollen in tränenreichen Melodramen, darunter in zwei Filmen von Douglas Sirk: Magnificent Obession und All That Heaven Allows. Besonders Magnificent Obsession, für den sie ihre letzte Oscarnominierung erhielt, war finanziell so erfolgreich, dass die Schauspielerin 1954 unter die zehn kassenträchtigsten Stars gewählt wurde. Gelegentlich war sie auch in Komödien zu sehen, so in ihren beiden Filmen mit Bing Crosby: Here Comes the Groom und Just For You. Sie drehte noch die romantische Komödie Lucy Gallant, die sie als erfolgreiche Modeschöpferin und Geliebte von Charlton Heston präsentierte, und verabschiedete sich mit der sentimentalen Geschichte Miracle in the Rain 1956 in einen Semi-Ruhestand. In den Folgejahren drehte sie noch gelegentlich Filme, meist als etwas reifere Dame der Gesellschaft. Sie arbeitete auch intensiv im Fernsehen und hatte eine eigene, erfolgreiche Serie, die Ende der 1950er lief.

Ihren zweiten Karrierehöhepunkt erreichte sie jedoch in den 1980ern als intrigante Matriarchin Angela Channing in der erfolgreichen Serie Falcon Crest, dank der sie zur höchstbezahlten Fernsehdarstellerin der Dekade wurde. Ihr schwerer Diabetes zwang Wyman, sich in den 1990ern zurückzuziehen.

Privatleben [Bearbeiten]

1938 lernte sie bei den Dreharbeiten zu dem gemeinsamen Film Brother Rat ihren späteren Ehemann Ronald Reagan kennen, den sie 1940 heiratete. Beide waren die Lieblinge der Klatschpresse und wurden besonders von Hedda Hopper beinahe wöchentlich besucht, um über das eheliche Glück zu berichten. Tatsächlich war die Ehe eher stürmisch und scheiterte schließlich an den unterschiedlichen politischen Ansichten der Ehepartner und am Erfolg von Wyman, die dem Vernehmen nach ihren Oscar ins Schlafzimmer stellte, um ihn jeden Morgen als erstes zu sehen. Aus der Ehe gingen zwei Töchter, Maureen Reagan (1941-2001) sowie am 26. Juni 1947 eine Tochter Christine, die mit nur einem Tag lebte, hervor. Sohn Michael Reagan wurde von den beiden adoptiert. 1948 wurde die Ehe geschieden. Die Schauspielerin heiratete später noch mehrfach.

Wyman war eine gute Freundin von Loretta Young, die maßgeblich an ihrer Konversion zum Katholizismus beteiligt gewesen sein soll, sowie von Irene Dunne und Joan Crawford.

Jane Wyman starb am Morgen des 10. September 2007 in ihrer Wohnung in Palm Springs eines natürlichen Todes.



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