Lebendige Erinnerung

 

22. Februar 2007

Lothar-Günther Buchheim

Lothar-Günther Buchheim (* 6. Februar 1918 in Weimar; † 22. Februar 2007) war ein deutscher Schriftsteller, Maler, Kunstsammler und Verleger.

Lothar-Günter Buchheim wurde am 6. Februar 1918 als Sohn der deutschen Malerin Charlotte Buchheim in Weimar geboren. Er hat einen Bruder, Klaus Buchheim, der zwei Jahre später auf die Welt kam.

Mit seiner Familie zog er 1924 nach Rochlitz um, wo er seine restliche Kindheit verbrachte. Als er gerade 14 Jahre alt war, folgte der Umzug nach Chemnitz. Hier machte er weite Radtouren mit seinem Bruder, teilweise bis zur Ostsee, um Landschaftsbilder zu zeichnen und diese später in Linolschnitte umzusetzen. Buchheim wurde schon sehr früh als „malendes Wunderkind“ bezeichnet und arbeitete bereits an Zeitungen und Zeitschriften sowie an Kollektivausstellungen mit.

1939, zwei Jahre bevor dieses Buch veröffentlicht wurde, zog er nach Dresden, um Kunst zu studieren. Nach diesem Studium ging er als Meisterschüler nach München.

Im darauffolgenden Jahr trat Buchheim als Freiwilliger der Kriegsmarine bei, wo er es nach Einsätzen auf Minenräumbooten, Zerstörern und U-Booten im Zweiten Weltkrieg bis zum Oberleutnant schaffte und die tätigkeit als Kriegsberichterstatter ausübte. Während der Kriegszeit schrieb er viele Bücher über die Erfahrungen, die er bei der Marine machte. Auf Notizen seiner Erlebnisse als Besatzungsmitglied eines VII-C-Bootes beruht sein wohl bekanntestes Buch „Das Boot“. 1943, als Buchheim bereits auf einem neuen Kriegseinsatz war, schrieb er, abermals auf einem U-Boot, seinen Roman „Jäger im Weltmeer“, der von einem erbitterten Kampf gegen einen englischen Zerstörer handelt. 1944 entkam er mit einem der letzten deutschen U-Boote aus der Festung Brest. Danach floh er quer durch Frankreich mit viel Glück zurück nach Deutschland.

Nach Kriegsende verfasste er Kunstbücher über Max Beckmann, Otto Müller und Pablo Picasso, die ihn, zusammen mit seinen Büchern über Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg, zur damaligen Zeit sehr bekannt machten. Nach diesen Werken über berühmte Künstler gründete Buchheim 1951 einen Kunstbuchverlag in Frankfurt am Main, der sich heute in Feldafing befindet. In den folgenden 1950er Jahren entstand seine bedeutende Sammlung von Gemälden des deutschen Expressionismus. Nach dem Tod seiner Mutter im Jahre 1964 malte er viele umstrittene Bilder von ihr, von denen er nur eines veröffentlichen wollte.

Danach schrieb und malte er weiter, bevor 1971 „Das Boot“ veröffentlicht wurde.

Buchheim machte in der folgenden Zeit viele Malerreisen nach Spanien, Frankreich und Italien. 1972 machte Buchheim seine bisher weiteste Malerreise. Diese ging über New York und San Francisco bis in die Südsee. Während dieser Reise entstanden viele Aquarelle und Gouachen, die er später die „Tropen von Feldafing“ taufte.

Nachdem Lothar-Günther Buchheim mit knapp 65 Jahren das Malen und Schreiben für die Öffentlichkeit beendete, wollte er zunächst seine gesammelten Werke im Duisburger Lehmbruck-Museum unterbringen. Da dies aber durch Meinungsverschiedenheiten mit der Stadt Duisburg scheiterte, zog er sein Angebot Mitte der 1980er Jahre zurück. 1996 gründete er dann eine gemeinnützige Buchheim-Stiftung, die im Jahre 2001 das „Museum der Phantasie“, das heute als „Buchheim Museum“ bekannt ist, finanzierte. In diesem Museum, in dem Buchheim bis zu seinem Tod Direktor war, platzierte er seine angesammelten Werke.

Jahrelang hatte Buchheim geplant, seine auf rund 100 Millionen Euro geschätzte Sammlung in seinem Wohnort Feldafing unterzubringen. Doch die kleine Gemeinde stellte sich quer: Die Bürger wollten die Schätze des meist rüpelhaft und äußerst unfreundlich auftretenden Nachbarn nicht in ihrer Nähe haben. 1998 brachte ein Bürgerbegehren das endgültige Aus für seine Feldafing-Pläne und Buchheim musste in die benachbarte Gemeinde Bernried ausweichen. Die Rache des Sammlers ließ nicht lange auf sich warten. Öffentlich schmähte er seine Feldafinger Mitbewohner als „Gullyratten“ und „Brunnenfrösche“.

Insgesamt schrieb er 30 Bücher, von denen „Das Boot“ verfilmt wurde.

Buchheim starb am 22. Februar 2007 an einem Herzleiden

Charakteristisch für ihn war seine Augenklappe, die er über dem linken Auge trug.



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