Lebendige Erinnerung

 

22. Januar 2007

Abbé Pierre

Henri Grouès (besser bekannt als Abbé Pierre; * 5. August 1912 in Lyon; † 22. Januar 2007 in Paris) war ein französischer Priester, der die Wohltätigkeitsorganisation Emmaüs gegründet hat.
Sein Pseudonym Abbé Pierre stammt aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, in der er der französischen Résistance half.
Henri Grouès wurde am 5. August 1912 in Lyon geboren und entdeckte bald seine Leidenschaft für das Christentum.

Mit 20 Jahren trat er in den Kapuzinerorden ein. Zwischen 1942 und 1945 verhalf er Juden zur Flucht in die Schweiz, indem er Papiere fälschte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete er die Organisation Emmaüs, die armen und obdachlosen Menschen helfen sollte.

Im Winter 1954 suchte eine Kältewelle Frankreich heim, bei der viele Menschen starben. Henri Grouès appellierte im Radio Luxemburg an alle Franzosen, den Obdachlosen im Lande zu helfen. Mit diesem Appell löste er eine landesweite Hilfswelle aus. Tausende Menschen, darunter Persönlichkeiten wie Charles de Gaulle und Charlie Chaplin, spendeten und halfen Obdachlosen.

Äußerst umstritten war Abbé Pierres Verteidigung von Roger Garaudys revisionistischem Buch Die Gründungsmythen der israelischen Politik, der deswegen 1998 wegen Holocaustleugnung zu einer hohen Geldstrafe verurteilt wurde. Grouès räumte später ein, das Buch gar nicht gelesen zu haben.

Viele seiner Bücher sind übersetzt worden. Zum Beispiel das Kinderbuch “C’est quoi la mort” – vor allem auch über das Leben – eignet sich bestens für den Französischunterricht (es ist im Stil des Kleinen Prinzen gehalten).


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