Lebendige Erinnerung

 

16. Januar 2007

Rudolf-August Oetker

Rudolf-August Oetker (* 20. September 1916 in Bielefeld; † 16. Januar 2007 in Hamburg) war ein deutscher Unternehmer.

Der Kaufmannssohn absolvierte eine Banklehre in Hamburg, die 1936 durch die Einziehung zum Arbeits- und Kriegsdienst unterbrochen wurde. Als Enkel des Firmengründers Dr. August Oetker übernahm er 1944 die Führung des Familienunternehmens Dr. August Oetker Nahrungsmittelfabrik, nachdem seine Mutter Ida Oetker und sein Stiefvater Richard Kaselowsky bei einem Bombenangriff getötet worden waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte Rudolf August Oetker das angeschlagene Familienunternehmen zu neuen Höhen. In wenigen Jahren schmiedete er in der Nachkriegszeit aus dem Nahrungsmittelhersteller einen weit verzweigten Mischkonzern, der mit Bier, Pizza und Sekt handelt, dessen Haupteinnahmequelle aber bald die Schifffahrt wurde. Daneben übernahm Oetker die Sektkellereien Henkell, Söhnlein und Deinhard, den Spirituosenhersteller Wodka Gorbatschow und etwa die Brauereien Binding und Dortmunder Aktienbrauerei. Er kaufte das Bankhaus Lampe und Luxushotels in Paris, an der Côte d´Azur und am Vierwaldstätter See.

1976 wurde in Freising bei München sein damals 25-jähriger Sohn Richard Oetker von Dieter Zlof entführt und gegen ein Lösegeld von 21 Millionen Mark freigekauft. 1981 zog sich Rudolf-August Oetker mit 65 Jahren aus dem Tagesgeschäft zurück und überließ seinem Sohn August Oetker die Leitung des Unternehmens und sicherte Ende 2002 mit der Übertragung wesentlicher Teile seines Vermögens auf die nächste und übernächste Generation das Weiterbestehen der Oetker-Gruppe als unabhängiges Familienunternehmen.

Oetker wirkte auch als Kunstmäzen und rief Ende 1999 die Rudolf-August-Oetker-Stiftung zur Förderung von Kunst, Kultur, Denkmalschutz und Wissenschaft ins Leben. Nachdem 1998 der Bielefelder Stadtrat entschied, die von Oetker maßgeblich finanzierte Kunsthalle nicht nach seinem Stiefvater Richard Kaselowsky zu benennen, zog er seine finanzielle Unterstützung und seine Leihgaben zurück. 1981 wurde Oetker zum Ehrenbürger der Stadt Bielefeld ernannt.

Oetker war seit 1963 in dritter Ehe mit Maja Malaisé verheiratet; aus seinen Ehen gingen acht Kinder hervor. Rudolf-August Oetker verstarb am 16. Januar 2007 im Alter von 90 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung in Hamburg.


Dieser Eintrag basiert auf den gleichnamigen Artikel aus
der freien Enzyklopaedie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz
fuer freie Dokumentation. Unter diesem Link sind in der Wikipedia
der original Beitrag sowie eine Liste der Autoren verfuegbar.

 

  

Im Portal der Erinnerung stehen Gedenken und Würde an erster Stelle. Alle Beiträge werden
von uns erst nach einer gründlichen Überprüfung veröffentlicht.

Wenn auch Sie für einen besonderen Menschen eine selbstverständlich kostenfreie Gedenkseite
veröffentlichen möchten, dann klicken Sie bitte hier.


   

Gedanken und Erinnerungen hinterlassen

Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse wird nie angezeigt. Um Spam zu vermeiden erscheinen die Einträge jedoch erst nach Freischaltung durch die Redaktion.

© 2010 Portal der Erinnerung ist ein Projekt von hassheider koeln
Wp | Anmelden |