Lebendige Erinnerung

13. Januar 2007

Michael Brecker

Michael Brecker (* 29. März 1949 in Philadelphia, Pennsylvania; † 13. Januar 2007 in New York City) war ein US-amerikanischer Tenorsaxophonist.

Wie sein älterer Bruder Randy kam auch Michael Brecker durch den Vater früh zur Musik. Während Randy die Trompete wählte, begann Michael mit Klarinette und Altsaxophon. Beide Brüder sahen und hörten auch recht früh schon unter anderem Miles Davis, Thelonious Monk und Duke Ellington. Der Entschluss, Musiker zu werden, war nach Breckers eigenen Angaben aber der Musik John Coltranes zu verdanken. Nach der High School begann Brecker so, seine Ambitionen aktiv umzusetzen und wechselte zum Tenorsaxophon.

1966 folgte Brecker seinem Bruder Randy an die University of Indiana. 1968 kam er nach New York und spielte zunächst für die Jazzrock-Band Dreams, danach (ab 1973) als front line des Horace-Silver-Quintetts. Schließlich traten die Brüder als Brecker Brothers auf und eröffneten den Musik-Club Seventh Avenue South, in dem night jams letztlich zur Gründung der Steps Ahead führen, mit denen Brecker sechs Alben einspielte.

Mitte der 70er-Jahre spielte Brecker mit unter anderem mit Chet Baker, George Benson, Dave Brubeck, Don Cherry, Chick Corea, Herbie Hancock, Freddie Hubbard, Quincy Jones, Pat Metheny, Charles Mingus, Jaco Pastorius, Horace Silver, Tony Williams und auch John Lennon und Frank Sinatra, Bruce Springsteen, Frank Zappa, Steely Dan und Joni Mitchell.

Sein Solo-Debut begann Brecker 1987 mit einer schlicht Michael Brecker benannten Platte, auf der auch Pat Metheny, Jack DeJohnette und Charlie Haden zu hören sind und die von den Lesern der Jazz-Zeitschrift Down Beat zum Album des Jahres gewählt wurde. Mit seinem zweiten Solo-Album, Don’t Try This At Home, gewann er seinen ersten von insgesamt elf Grammys. 1990 folgte Now You See It … (Now You Don’t), dessen Titelstück eine raffinierte musikalische „Adaption“ der Malerei von M.C. Escher darstellt, in dem ein Rhythmus ohne sichtbare „Nahtstelle“ in einen anderen übergeht. Es folgten eineinhalb Jahre Tournee mit Paul Simon. 1992 wurden die Brecker Brothers wiederbelebt, die 1994 Out of the Loop herausbrachten. 1995 und 1996 kam es zu einer Zusammenarbeit mit Herbie Hancock, 1997 spielte Brecker dann auf den Tales From the Hudson wieder mit Pat Metheny, Dave Holland und Jack DeJohnette. 1998 wurde Two Blocks From the Edge dann mit der Tournee-Band eingespielt. Auf Time Is of the Essence, programmatisch drei Schlagzeugern gewidmet, fanden sich dann neben Pat Metheny erstmals Elvin Jones und die Hammond-B-3-Orgel Larry Goldings.

Seit Frühling 2005 litt Michael Brecker am Myelodysplastischen Syndrom, einer schweren Erkrankung des Knochenmarks, bei der die Blutbildung nicht von gesunden, sondern von genetisch veränderten Ursprungszellen ausgeht, und deren Folge eine gestörte Bildung der Blutkörperchen ist. Am 13. Januar 2007 erlag er seiner Krankheit.


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