Lebendige Erinnerung

 

10. November 2006

Jack Palance

Jack Palance, bürgerlich Vladimir Palaniuk (* 18. Februar 1919 in Lattimer Mines, PA; † 10. November 2006 in Montecito, CA), war ein US-amerikanischer Filmschauspieler ukrainischer Abstammung.

Sein Vater war Bergarbeiter. Jack Palance arbeitete als junger Mann ebenfalls zunächst als Bergmann. In den 1940ern arbeitete Palance als Schwergewichtsboxer unter dem Namen Jack Brazzo und gewann seine ersten 15 Kämpfe.

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges trat Palance in das Militär ein, wurde bei einem Absturz als Kampfpilot verwundet und erhielt höchste militärische Auszeichnungen. Nach Kriegsende begann seine Karriere als Schauspieler.

Auch im europäischen Film war Palance immer wieder tätig. So spielte er 1963 in Jean-Luc Godards Die Verachtung (Le mépris) einen US-amerikanischen Filmproduzenten namens Jeremy Prokosch, der einen Sandalenfilm unter der Regie von Fritz Lang herstellen will und dabei weniger auf Kunst, als auf Spektakel setzen möchte. Prokoschs Verhalten stößt auf die heftige Kritik des von Michel Piccoli dargestellten Drehbuchautors und zeigt Unterschiede zwischen US-amerikanischer und europäischer Kinokultur auf.

Auch im Italowestern trat Palance auf. Unter der Regie von Sergio Corbucci spielte er 1968 in Mercenario, der Gefürchtete / Die gefürchteten Zwei (Il mercenario) eine Hauptrolle, seine Partner waren Franco Nero und Tony Musante. 1970 war Palance in Zwei Companeros (Vamos a matar, compañeros) an der Seite von Franco Nero und Tomas Milian in einer prägnanten Nebenrolle zu sehen.

1969 verkörperte Palance Fidel Castro in Richard Fleischers Che-Guevara-Filmbiografie Che!.

In der auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlten Serie Bronk, die in Ocean City angesiedelt ist, spielte er 1975/76 den Kriminalbeamten Lieutenant Alex „Bronk“ Bronkov. In seinem Privatleben kümmert sich „Bronk“ um seine behinderte Tochter.

In der deutsch-US-amerikanischen Koproduktion Out of Rosenheim (1987) war er als Liebhaber von Marianne Sägebrecht zu sehen.

In den 1980ern moderierte Palance zusammen mit seiner Tochter Holly Palance die Fernsehserie „Ripley’s Believe It or Not!“, die auf Deutsch als Ripleys unglaubliche Welt auf RTL gesendet wurde.

1991 gewann Palance einen Oscar als bester Nebendarsteller in dem Film City Slickers – Die Großstadt-Helden (Originaltitel: City Slickers).

Palance starb am 10. November 2006 in seinem Haus, im Beisein seiner Familie, an Herzversagen.


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