Josi Meier
Josi J. Meier (* 31. August 1926 in Dagmersellen; † 5. November 2006) war eine Schweizer Politikerin (CVP).
Josi Johanna Meier wuchs in sehr einfachen Verhältnissen als Tochter eines Hotelportiers auf, besuchte das Gymnasium in Luzern und studierte anschliessend Rechtswissenschaft in Genf. 1952 erwarb sie das Anwaltspatent und eröffnete in Luzern eine eigene Anwaltspraxis.
Sie setzte sich für Gleichberechtigung und das Frauenstimmrecht ein und wurde nach der Annahme des Frauenstimmrechts 1971 als eine von elf Frauen in den Nationalrat gewählt, dem sie bis 1983 angehörte. Ab 1983 politisierte sie bis 1995 im Ständerat. 1991/92 war sie dessen erste weibliche Präsidentin.
Während ihrer Zeit im Nationalrat war sie Vorsitzende der Kommission für auswärtige Angelegenheiten und Mitglied der Delegation im Europarat. Daneben engagierte sie sich vor allem in der Sozial- und Familienpolitik. Während der Fichenaffäre war sie zusammen mit Carlo Schmid Leiterin der parlamentarischen Untersuchungskommission. 1995 war sie Mitglied des Nein-Komitees gegen die Asylgesetzrevision. Im selben Jahr zog sie sich aus der aktiven Politik zurück.
Im Gegensatz zu den meisten andern National- und Ständeräten hat Josi Meier während ihrer politischen Laufbahn nie ein Verwaltungsratsmandat angenommen.
Zitat
„Erst heute begreife ich jene Männer, die mir am Anfang meiner Karriere sagten, die Frau gehöre ins Haus. Recht hatten sie. Die Frauen gehören ins Gemeindehaus, ins Ratshaus, ins Bundeshaus.“ (Frauensession 1991)