Lebendige Erinnerung

 

6. Oktober 2006

Heinz Sielmann

Heinz Sielmann (* 2. Juni 1917 in Rheydt, † 6. Oktober 2006 in München) war ein deutscher Kameramann, Produzent, Tierfilmer und Professor für Ökologie.

Nach ersten Versuchen mit dem Fotoapparat, drehte Sielmann bereits 1938 den ersten Tierfilm „Vögel über Haff und Wiesen“ (noch als Stummfilm). Während des Zweiten Weltkrieges konnte er auf Kreta einen Naturfilm eines verstorbenen Kollegen vervollständigen. Gleichzeitig studierte er Biologie und Zoologie an der Reichsuniversität in Posen. Nach dem Krieg arbeitete er als Kameramann für das „Institut für wissenschaftlichen Film“ in Hamburg und drehte international anerkannte Naturfilme, so 1951 „Lied der Wildbahn“. Für den Film „Zimmerleute des Waldes“ (1954) über Spechte erhielt er den Bundesfilmpreis. In England erhielt er für diesen Film den Spitznamen „Mr. Woodpecker“.

Unter der Schirmherrschaft des belgischen Königs Leopold konnte Sielmann 1958 in Belgisch Kongo einen der ersten Filme über Berggorillas drehen: „Les Seigneurs de la forêt“ (Herrscher des Urwaldes). 1962 folgte ein vielbeachteter Dokumentarfilm über die Galápagos-Inseln “Galápagos - Landung in Eden”. Nach der überaus langen Expedition, an der auch der Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibesfeldt teilnahm und dabei für einen Teil der damals sensationellen Unterwasseraufnahmen zuständig war, war sein Sohn Stephan vom Kleinkind zum Schulkind herangewachsen.

1963 erfolgte eine Expedition in den Dschungel Papua-Neuguineas, um erste Filmaufnahmen der bis dahin noch nicht gezeigten Paradiesvögel und der scheuen Laubenvögel aufzunehmen. Der Film wurde 1965 unter dem Titel „In die Bergdschungel Neuguineas“ veröffentlicht.

Für den irritierenden amerikanischen Dokumentar-Film „Die Hellstrom-Chronik“ (The Hellstrom Chronicle) (1971) war Sielmann als zusätzlicher Fotograf tätig. Der Film erhielt 1972 den Oscar als „Bester Dokumentarfilm“.

Von 1965 bis 1991 moderierte Sielmann im Fernsehen die überaus erfolgreiche Tiersendung „Expeditionen ins Tierreich“, mit überwiegend eigenem Filmmaterial.

Seit 1994 ist er als Honorarprofessor für Ökologie an der Fakultät für Biologie der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig.

Sein Sohn Stephan kam 24-jährig bei einem tragischen Unfall bei einer Expedition in Kenia ums Leben.

Seit 1988, als er den Film „Tiere im Schatten der Grenze“ drehte, engagiert sich Sielmann dafür, den ehemaligen Todesstreifen der ehemaligen innerdeutschen Grenze zu Thüringen für den Naturschutz zu erhalten. Seit 2000 wird ein Teilstück von rund 8 Kilometer von der Heinz-Sielmann-Stiftung gepflegt. Aus diesem Engagement resultiert die 1994 gegründete Heinz-Sielmann-Stiftung, mit Sitz (ab 1996) auf Gut Herbigshagen nahe der Landstraße 531 (L531) bei Duderstadt, die durch Ankauf und Pflege von Biotopen Lebensräume für bedrohte Arten schaffen und erhalten will. Hierzu zählt auch seit 2001 die 1.906 Hektar große Sielmanns Naturlandschaft Groß Schauener Seen, seit 2000 die 3.000 Hektar große Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen, ab 2002 mit dem Naturparkzentrum Wanninchen und seit 2004 die 3.500 Hektar große Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide. Zu den neuesten Projekten zählt die Realisierung des Biotopverbundes Bodensee mit den Kerngebieten Billafinger Tal, Salerner Tal, Seefeler Ach, Riedbachtal, Nellenbach und Eggenweiler Hof. Außerdem seit 1996 Beteiligung an der Vogelwarte Rybatschi (Rossitten) in Russland und zusammen mit dem Naturschutzbund (NABU) am Vogelschutzcamp in Kalabrien (Süditalien).

Auch seine Ehefrau Inge, die ihn nur zweimal, auf Expeditionen in den Kongo und in die Savanne Afrikas, begleitet hat, engagiert sich für den Naturschutz, unter anderem in Duderstadt, wo es einen „Inge Sielmann Kindergarten“ gibt, der Kindern das Aufwachsen mit der Natur vermitteln soll.

Heinz Sielmann war Herausgeber der Zeitschrift „Sielmanns Tierwelt“, die Anfang der 1980er Jahre mit Bernhard Grzimeks Magazin „Das Tier“ fusionierte.

Heinz Sielmann verstarb im Alter von 89 Jahren in München.



Dieser Eintrag basiert auf den gleichnamigen Artikel aus
der freien Enzyklopaedie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz
fuer freie Dokumentation. Unter diesem Link sind in der Wikipedia
der original Beitrag sowie eine Liste der Autoren verfuegbar.

 

  

Im Portal der Erinnerung stehen Gedenken und Würde an erster Stelle. Alle Beiträge werden
von uns erst nach einer gründlichen Überprüfung veröffentlicht.

Wenn auch Sie für einen besonderen Menschen eine selbstverständlich kostenfreie Gedenkseite
veröffentlichen möchten, dann klicken Sie bitte hier.


   

Gedanken und Erinnerungen hinterlassen

Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse wird nie angezeigt. Um Spam zu vermeiden erscheinen die Einträge jedoch erst nach Freischaltung durch die Redaktion.

© 2010 Portal der Erinnerung ist ein Projekt von hassheider koeln
Wp | Anmelden |