Gerhard Amanshauser
Gerhard Amanshauser (* 2. Januar 1928 in Salzburg; † 2. September 2006 ebenda) war ein österreichischer Schriftsteller.
Gerhard Amanshauser studierte Mathematik und Physik in Graz und Germanistik und Anglistik in Wien, Innsbruck und Marburg. Er arbeitete von 1955 bis zu seinem Tode als Schriftsteller. Amanshauser lebte in Salzburg.
Die Literatur Gerhard Amanshausers besitzt ein auffälliges Merkmal im Neben- und Ineinander von erzählerischen und essayistischen Formen mittleren bis kleinen Umfangs, die im Dienst kultur-, ideologie- und vernunftkritischer Intentionen und anthropologischer Spekulation stehen. Damit schreibt sie ästhetisch und politisch-weltanschaulich die Positionen von Friedrich Nietzsche, Robert Musil, Robert Walser, Elias Canetti u.a. fort. Zwei herausragende konträre Erfahrungen und Phantasmen, die Amanshausers Werk wiederholt thematisiert, sind das Leben unter den Bedingungen des nationalsozialistischen Regimes und ein ideales altes China. Schriftststeller wie Daniel Kehlmann und Germanisten wie Hans Höller (letzterer Herausgeber einer Amanshauser-Werkausgabe in der Bibliothek der Provinz, Weitra) reklamieren Amanshauser heute für den Kanon der Weltliteratur. In dieser Wertschätzung berühren sie sich mit den Pionieren der akademischen Amanshauserphilologie Walter Weiss, Clement Reichholf und Josef Donnenberg sowie den Literaten Christoph Wilhelm Aigner, Helmut Eisendle, Dante Andrea Franzetti, Martin Gregor-Dellin, Werner Schneyder und Christian Wallner, die als Verleger, Vermittler, Literaturkritiker und in anderer Form schon früher auf Amanshauser aufmerksam gemacht haben.