Lebendige Erinnerung

30. Juli 2006

Rut Brandt

Rut Brandt (* 10. Januar 1920 in Hamar, Norwegen als Rut Hansen; † 30. Juli 2006 in Berlin) war die zweite Ehefrau von Willy Brandt.

Schon unmittelbar nach der Besetzung Norwegens durch die Wehrmacht ging sie in die Widerstandsbewegung.
1944 lernte sie im Rahmen ihrer Tätigkeit im norwegischen Widerstand den aus Lübeck emigrierten späteren deutschen Bundeskanzler Willy Brandt kennen, mit dem sie, trotz des Umstands, dass Willy noch mit seiner ersten Ehefrau Carlotta und Rut noch mit ihrem ersten Mann, Ole Olstad Bergaust, verheiratet war, alsbald eine feste Beziehung verband.
Nach dem Tod ihres Mannes und Brandts Scheidung 1948 heirateten die beiden noch im gleichen Jahr.
Aus der Ehe gingen drei Söhne hervor: Peter (* 1948), Lars (* 1951) und Matthias Brandt (* 1961).
Auch wenn sich Rut Brandt “lediglich” den “klassischen Tätigkeiten” einer Politikergattin widmete, so sind sich politische Weggefährten und Beobachter einig, dass Willy Brandt seine politische Karriere ohne Rut an seiner Seite nicht hätte machen können: Dem Politiker stand mit Rut eine Frau beiseite, die ihm durch ihre offene kommunikative Art viele Sympathien einbrachte und oftmals als “Sprachrohr” fungierte.
In den Jahren nach Brandts Rücktritt als Bundeskanzler lebten sich die beiden auseinander. Als Brandt 1979 mit seiner späteren Frau Brigitte Seebacher eine Beziehung begann, reichte Rut die Scheidung ein, welche 1980 vollzogen wurde. Am Tag der Scheidung begegneten sich die beiden zum letzten Mal.
Auf Wunsch von Brandts dritter Ehefrau Brigitte Seebacher-Brandt wurde Rut Brandt nach Willy Brandts Tod 1992 von dem Staatsakt und der Beisetzung ausgeladen, was auf verbreitetes Unverständnis in der Öffentlichkeit stieß.
Rut Brandt verstarb am 30. Juli 2006 nach längerer Krankheit 86-jährig in Berlin.


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Einträge:

Schon als Kind hatte ich zwei Menschen, die ich neben meiner Mutter sehr bewunderte. Astrid Lindgren und Rut Brandt. Während Lindgren mich an die Hand nahm und in eine wunderbare Geschichtswelt führte, konnte ich mich an Rut Brandt nie “satt sehen”.Da war nicht nur die äussere , natürliche Schönheit; sie strahlte eine ungewöhnliche Herzenswärme aus, die über den Begriff Sympathie weit hinaus ging. Später habe ich sie einige Male während meiner Tätigkeit in Bonn gesehen; man wünschte sich einfach, sie in den Arm zu nehmen und ihr zu sagen, wie liebenswert man sie fand.
Immer freute man sich über noch so kleine Erinnerungen an sie; sie, die niemanden verletzte, wurde seelisch verletzt. Das war sehr bitter.
Ich trauer um diese gütige, in jeder Lebenslage aufrichtige, souveräne und gleichzeitig so liebenswerte, großartige Frau, vergessen werden die Deutschen sie sicherlich nie.

Carola Schütz, 22885 Barsbüttel

Eintrag by Carola Schütz am 5.August 2006


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