Fritz Klein
Fritz Klein (* 27. Dezember 1932 in Wien (Österreich), † 24. Mai 2006 in San Diego, Kalifornien (USA)) war Psychiater und Therapeut und gilt als ein Pionier der Bi-Bewegung.
Nach Flucht vor Antisemitismus und Krieg in die USA wuchs er mit seiner Herkunftsfamilie in New York auf. Später studierte er Medizin in Bern und machte seinen Abschluss an der Colombia-Universität.
Er gründete 1974 in New York das “Bisexual Forum”, eine Selbsthilfegruppe für Bisexuelle. Ausgehend von der Kinsey-Skala entwickelt er den “Klein Sexual Orientation Grid” (auch “Klein Grid” genannt), den er 1978 erstmals veröffentlichte.
Klein betonte die mehrdimensionale Verwobenheit und Wandelbarkeit sexueller Orientierung beim Menschen. Die von Kinsey eingeführte Kategorisierung sexueller Orientierung zwischen null und sechs lehnte er ab. Auch eine getrennte Betrachtung sexueller Neigungen, wie “heterosexuell”, “homosexuell” oder “bisexuell” stellte er in Frage. Vielmehr wies er darauf hin, dass gleiche sexuelle Erfahrungen von jedem Menschen individuell, also “anders”, empfunden und zugeordnet werden.
Ende der 1970er Jahre zog er nach San Diego in Kalifornien und gründete auch hier 1982 ein “Bisexual Forum”. Durch die Veröffentlichung seiner Thesen im “Journal of Homosexuality” 1985 sowie zahlreichen Aufsätzen zum Thema Bisexualität wurde ihm viel Aufmerksamkeit zuteil. Weltweite Vortragsreisen und Besuche von internationalen Bi-Konferenzen steigerten seine Popularität und gaben mancherorts der örtlichen Bi-Bewegung entscheidende Anstösse.
Ende der 1980er Jahre begründete Fritz Klein das “Journal of Bisexuality”, eine regelmäßig erscheinende Fachzeitschrift. Zusätzlich förderten zwei auf ihn zurückgehende Internetplattformen den grenzüberschreitenden Diskurs Bisexueller. 1998 rief er das “American Institute of Bisexuality” (AIB) ins Leben, eine Einrichtung zur Förderung von Forschung und Bildung im Bereich Bisexualität. Dieser Einrichtung stand er bis zu seinem Tode vor.