Katherine Dunham
Katherine Dunham (* 24. Juni 1909 in Joliet (Illinois); † 21. Mai 2006 in New York) war eine US-amerikanische Tänzerin, Anthropologin, Choreographin, Bürgerrechtsaktivistin und Autorin.
Katherine Dunham studierte Tanz und Anthropologie an der Universität von Chicago, an der sie zu den ersten afroamerikanischen Studierenden zählte. Sie schloss ihr Studium mit einer Promotion in Anthropologie ab und legte mit ihrer bahnbrechenden Arbeit die Grundlagen für die akademische Disziplin der brasilianischen und karibischen Tanzanthropologie.
1931 gründete Dunham ihre erste Tanzschule in Chicago. Eine erfolgreiche Karriere als Tänzerin, mit wichtigen Rollen in Musicals, Cabarets und Opern führte sie in bedeutende Theater in Amerika und Europa. Ab 1936 verbrachte sie einige Zeit auf Haiti, wo ihr Tanz durch karibische Einflüsse weiter bereichert wurde.
Dunham war eine der bedeutenden Pionierinnen des Black Dance. 1937 gründete Dunham die Tanzgruppe Negro Dance Group, der nur Schwarze angehörten. Mit ihren Auftritten in den 1930er und 40er Jahren bezog sie Stellung gegen die Rassentrennung im US-amerikanischen Alltag. Später wurde die Tanzgruppe in Katherine Dunham Dance Company umbenannt.
1945 eröffnete Dunham die Dunham School of Dance and Theatre. 1963 wurde sie als erste Afroamerikanerin Choreographin an der Metropolitan Opera in New York.
Für ihre Arbeit wurde Dunham mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit zehn Ehrendoktortiteln. Zu ihren Schülern als Tanzpädagogin zählten James Dean und Marlon Brando.
Ihre Verbundenheit mit dem haitianischen Volk und ihren Einsatz für die Bürgerrechte dokumentierte sie zu Beginn der 1990er Jahre, als sie sich entschieden für die Rechte haitianischer Flüchtlinge einsetzte. Als 82-Jährige kämpfte sie mit einem 47 Tage währenden Hungerstreik um Aufmerksamkeit für das Schicksal Haitis.