Stanislaw Lem
Stanis?aw Lem * 12. September 1921 in Lwów, Galizien,† 27. März 2006 in Krakau) war ein polnischer Philosoph, Essayist und Science-Fiction-Autor.
Stanis?aw Lem kam als Sohn eines Arztes, eines Laryngologen, der beim österreichisch-ungarischen Militär im 1. Weltkrieg gedient hatte und ab 1915 in russischer Gefangenschaft war, auf die Welt. Er hatte eine behütete Kindheit und studierte 1940–1941, nach der Besetzung Lwóws durch sowjetische Truppen, Medizin an der Universität Lwów.
Durch den Zweiten Weltkrieg wurden seine Studien unterbrochen. Während des Krieges arbeitete Lem als Hilfsmechaniker und Schweißer für eine deutsche Firma, die Altmaterial aufarbeitete. Lem war ein Mitglied des Widerstandes gegen die deutsche Besatzungsmacht. Als gegen Ende des Krieges Polen zum zweiten Mal von der Roten Armee erobert und durch die Sowjetunion kontrolliert wurde, setzte er seine Studien in Lwów fort, musste aber, nachdem seine Heimatstadt an die Sowjetunion fiel, 1946 nach Krakau ziehen.
An der Jagiellonen-Universität in Krakau nahm er sein Medizinstudium zum dritten Mal wieder auf. Hier arbeitete er zwischen 1948 und 1950 am Konwersatorium Naukoznawcze als Forschungsassistent bei Dr. Mieczys?aw Choynowski an Problemen der angewandten Psychologie. In diese Zeit fielen auch seine ersten literarischen Versuche, und er begann in seiner Freizeit Geschichten zu schreiben. 1948 entstand seine erste Novelle Szpital Przemienienia (dt. Das Hospital der Verklärung). Er erhielt das Zertifikat für die vollständige Absolvierung seines Studiums. Das letzte Examen zum Doktorat verweigerte er, um einer Karriere als Militärarzt zu entgehen.
Die Armee nahm all meine Freunde, nicht für ein oder zwei Jahre, sondern für immer. (Lem)
1951 wurde sein erster Roman veröffentlicht: Astronauci (dt. Der Planet des Todes, auch als Die Astronauten). Sein allererster Roman Der Mensch vom Mars von 1946 wurde erst 1989 in Buchform veröffentlicht. 1953 heiratete er Dr. Barbara Le?niak, eine Radiologin. 1982, nachdem in Polen das Kriegsrecht verhängt wurde, verließ Stanis?aw Lem sein Heimatland und studierte in Berlin am Wissenschaftskolleg. Ein Jahr später ging er nach Wien. Dort schrieb er Der Flop und Fiasco. Erst 1988 kehrte er nach Polen zurück.
Stanis?aw Lem war Mitglied des polnischen Schriftstellerverbandes, des Pen-Clubs und, seit 1972, des Komitees Polen 2000, welches unter Federführung der polnischen Akademie der Wissenschaften steht. Seit 1994 war er Mitglied der PAU (Polska Akademia Umiej?tno?ci).
Durch seine utopischen Werke erwarb sich Lem den Ruf eines der größten Schriftsteller der Geschichte der SF-Literatur. Seine Kurzgeschichten, Romane und Essays zeichnen sich insbesondere durch überbordenden Ideenreichtum und fantasievolle sprachliche Neuschöpfungen aus, wobei auch die Kritik an der Machbarkeit und dem Verstehen der technischen Entwicklung im Kontext philosophischer Diskurse immer wieder ein zentraler Bestandteil seiner Werke ist.
Sein Roman Solaris (1961) wurde 1971 von Andrei Tarkowski (Solaris (1972)) und erneut 2002 von Steven Soderbergh (Solaris (2002)) verfilmt. Verfilmt wurden weiterhin 1960 der Roman Planet des Todes als Der schweigende Stern (DEFA, Regie Maetzig) und 1978 die Erzählung Test (polnisch/sowjetische Gemeinschaftsproduktion, Regie Marek Piestrak).
Stanis?aw Lems Bücher wurden bisher in 41 Sprachen übersetzt und erreichten eine Auflage von mehr als 27 Millionen. Hin und wieder veröffentlichte er Texte im deutschen Web-Magazin Telepolis. Lem starb am 27. März 2006 in Krakau.
Dieser Eintrag basiert auf den gleichnamigen Artikel aus
der freien Enzyklopaedie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz
fuer freie Dokumentation. Unter diesem Link sind in der Wikipedia
der original Beitrag sowie eine Liste der Autoren verfuegbar.