Luna (Orca)
Luna (geboren am 19. September 1999 als L98; verendet am 10. März 2006 bei Gold River in Vancouver) war ein bekannter Orca, der von den Mowachaht-Muchalaht-Indianern verehrt wurde.
Luna wurde 1999 im Orca-Revier von Monterey-Bay als erstes Kalb der Orca-Kuh L97 geboren und erhielt den Namen L98. Das Tier wurde beobachtet, verschwand aber 2000 spurlos.
Der Schwertwal war als Baby von seiner Herde getrennt worden und hatte sich 2001 an die Küste von Vancouver-Island verirrt. Dort war er von den Mowachaht-Muchalaht-Indianern als Reinkarnation ihres Häuptlings Ambrose Marquinna erkannt worden. Dieser hatte auf dem Sterbebett prophezeit, als Schwertwal zum Stamm zurückzukehren. Wenige Tage nach seinem Tod im Sommer 2001 tauchte dann der Orca in den Gewässern des Nootka Sound auf, wo er fortan lebte.
“Luna”, wie das Tier fortan genannt wurde, lockte Touristen aus Kanada, aber auch aus dem Ausland an. Im Sommer 2004 sollte durch das Fischereiministerium in Ottawa ein Transport des Tieres veranlasst werden. Man hatte die Herde des Muttertieres ausgemacht, die vor der kanadischen Küste von Norden nach Süden und zurück zieht. Doch die Indianer verhinderten den Transport, indem sie mit Booten auf das Meer fuhren und den Wal mit Gesängen von den Fangnetzen weglockten. Danach verwarf die Regierung ihren Plan und zahlte fortan Geld an die Indianer, um für die Sicherheit des Tieres sorgen zu können.
Entgegen seiner Natur gewöhnte sich Luna an den Umgang mit Menschen und Booten, weshalb viele zu ihm hinausfuhren, um ihn zu streicheln. Der Wal lernte, die Schiffsschrauben stillzulegen, um so die Menschen länger bei sich zu haben. Diese Kontaktfreudigkeit brachte ihm aber auch Verletzungen ein.
Zuletzt zog er sich im März so schwere Verletzungen an der Schiffsschraube eines Schleppers zu, dass er verendete. Kurz darauf begann eine Kontroverse um die Schuld. Während Tierschützer die Fischereibehörden beschuldigten, gaben einheimische Fischer den Ureinwohnern die Schuld.
Die Indianer verabschiedeten das Tier mit einer festlichen traditionellen Zeremonie. Nach ihrem Glauben ist die Seele ihres Häuptlings endgültig in die Geisterwelt eingetreten.
Schwertwale gelten in Kanada als geschützt.