Robert Moog
Robert Moog (* 23. Mai 1934 in New York, NY; † 21. August 2005 in Asheville, North Carolina, genannt Bob Moog) war ein Pionier der elektronischen Musik und der Erfinder des Moog-Synthesizers, eines der ersten weitverbreiteten elektronischen Musikinstrumente.
Leben
Moog hatte bereits als Schüler einen Theremin, das erste von Leon Theremin erfundene brauchbare elektronische Musikinstrument, nachgebaut. Er studierte Physik am Queens College in New York City und anschließend Elektrotechnik an der Columbia University, ebenfalls in NYC. 1953 promovierte er an der Cornell University (Ithaca, New York). 1954 begann er zusammem mit seinem Vater im Keller des Elternhauses in Flushing bei New York mit dem Bau von Theremins. In den 1960er Jahren gab er mit großem Erfolg einen Bausatz zum Nachbau eines Transistor-Theremins heraus. 
Nachdem zehn Jahre lang Science Fiction-Filme und Avantgarde-Musiker durch Moogs Theremins neue Klänge erforschten, konstruierte er 1964, inspiriert vom Experimental-Komponist Herbert Deutsch, den ersten spielbaren modernen konfigurierbaren Synthesizer. Mit diesem Gerät, das auf der analogen Technologie basierte, benötigte man allerdings einige Stunden, um einen neuen Klang zu entwerfen.
Nach 1965 baute Moog eine Firma zur Herstellung und Vermarktung von Synthesizern auf. Im Gegensatz zu anderen Herstellern von Synthesizern lieferte er ein Keyboard als Standardeingabegerät mit.
Sein 1970 entwickelter Minimoog, der unter Musikfreunden weithin bekannt wurde, eroberte den Massenmarkt - nachdem der Moog-Assistent Walter Carlos mit seiner LP Switched-on Bach drei Grammys gewann. Ein anderer weitverbreiteter und sehr populärer Sytnhesizer, der Taurus, kam 1975 auf den Markt. Seine Pedale ähnelten denen einer Orgel und verursachten synthetische Bass-Klänge.
1977 verließ Robert Moog seine Firma Moog Music, die noch bis 1986 Keyboards herstellte.
1989 bis 1992 gab Moog Unterricht in Musiktechnologie an der University of North Carolina in Asheville. Anfang der 1990er Jahre erfuhr ausgerechnet Moogs erstes Produkt, das Theremin, eine Renaissance. Als Antwort entwarf Moog die Series 91, und seine Firma Big Briar produzierte sie die nächsten fünf Jahre.
Ab 1998 entwarf er eine Serie von analogen Effekt-Modulen namens Moogerfoogers.
2002 erhielt Moog die Rechte an den Markenzeichen Minimoog und Moog Music zurück und es folgte der Minimoog Voyager, der mit voller MIDI-Unterstützung eine neue Moog-Ära einläutete.
Robert Moog starb am 21. August 2005 im Alter von 71 Jahren an einem Gehirntumor.
Leistungen
Der Hit Good Vibrations der Beach Boys wurde mit einem Theremin von Moog eingespielt. Nach Einführung des Minimoog 1970 verbreitete sich der Sound of the Moog in allen denkbaren Musikrichtungen von Rock bis Rhythm & Blues, von Jazz bis zur Klassik. Die Liste der mit Moog Sound klingenden Hits ist lang – unter anderen verwendeten Frank Zappa, The Doors, Stevie Wonder, Chick Corea und Kraftwerk sowie gelegentlich auch die Beatles, die Rolling Stones und Grateful Dead Moog-Synthesizer. Weltberühmt ist auch Shine On You Crazy Diamond von Pink Floyd, die 1975 den Minimoog einsetzten, um den Klang einer Trompete zu imitieren. Der Taurus hingegen war berühmt für seinen „fetten“ Bass und wurde von Genesis, Rush, U2, The Police und vielen anderen eingesetzt.
Moog stellte Standards für die Steuerung analoger Synthesizer auf. So entwarf er eine logarithmische Steuerung für die Tonhöhe mit 1V/Oktave und einem separaten Impulssteuersignal.
Nachdem analoge Synthesizer weitgehend von digitalen verdrängt wurden, erlebten sie in den letzten Jahren eine Renaissance. 2001 erhielt Moog den inoffiziellen Nobelpreis für Musik, den Polar Music Prize. Das von ihm gegründete Unternehmen Moog-Music produziert heute noch elektronische Bausätze und fertigt Theremins.
Zitat
Alles, was Töne von sich gibt und mit Schaltern verändert werden kann, ist ein Synthesizer. Ein Instrument, das du einschaltest und spielst, wie das Theremin, ist kein Synthesizer. Aber wenn du dies und das einstellen kannst, hier ein Patchkabel legen kannst, dort ein anderes, und damit den Klang in seiner Qualität in neue Bereiche führst, dann hast du einen Synthesizer. Und da gab es viele Geräte vor meinem. – Robert Moog, der sich mit Bezeichnungen wie „Vater des Synthesizers“ nie recht anfreunden wollte.
Weblinks
Der Auf- und Abstieg der Firma Moog
Kurze Biografie von Bob Moog (in englischer Sprache)
www.moogmusic.com (in englischer Sprache)
Das Synthmuseum über Moog (in englischer Sprache)