Lebendige Erinnerung

 

22. April 2005

Erika Fuchs

Dr. Erika Fuchs, geborene Petri, (* 7. Dezember 1906 in Rostock; † 22. April 2005 in München) war eine deutsche Übersetzerin.

Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Übersetzungen der amerikanischen Disney-Comics, insbesondere der Geschichten von Carl Barks rund um die Familie Duck. Ihre Übersetzungen enthielten – anders als die englischen Vorlagen – zahllose versteckte Zitate und literarische Anspielungen. So war sie, als hervorragende Literaturkennerin, der festen Überzeugung, man könne als Übersetzerin von Comics nicht gebildet genug sein. Viele ihrer Schöpfungen sind in den deutschen Sprachgebrauch eingegangen, so z.B. der Spruch „Dem Ingeniör ist nichts zu schwör“ und die auf den Wortstamm verkürzten Verben, mit denen nicht nur, wie zuvor bekannt, Geräusche (Onomatopoese) beschrieben werden (z.B. „schluck“, „stöhn“, „knarr“, „klimper“), sondern auch lautlose (psychische) Vorgänge markiert werden (z.B. „grübel“, „staun“). Daher rührt der Ausdruck Erikativ.

Den größten Teil ihrer Kindheit und Jugend verbrachte sie im pommerschen Belgard an der Persante (poln. Bia?ogard). Dort erreichte sie 1921 als erstes Mädchen, am örtlichen Knabengymnasium zugelassen zu werden, das sie 1926 mit dem Abitur abschloss. Anschließend studierte sie in Lausanne, München und London Kunstgeschichte. Das Examen legte sie 1931/32 ab. Ihre Promotion 1935 über Johann Michael Feichtmayr: Ein Beitrag zur Geschichte des deutschen Rokoko wurde mit Summa cum laude bewertet. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete sie als Übersetzerin, zuerst für die deutsche Ausgabe von “Reader’s Digest”, bevor sie weitere Anstellungen zum Übersetzen bei anderen amerikanischen Zeitschriften führten. 1951 schließlich wurde sie Chefredakteurin der neugegründeten deutschen Micky Maus, bei deren Gestaltung sie in den nachfolgenden Jahren viel Einfluss hatte. 1988 trat sie in den Ruhestand.

2001 erhielt sie den Roswitha-Preis und wurde für den Heimito-von-Doderer-Preis nominiert.

Erika Fuchs war bis zu Ihrem Tode Ehrenmitglied der D.O.N.A.L.D. (Deutsche Organisation Nichtkommerzieller Anhänger des Lauteren Donaldismus). Mitglieder dieses Vereins, namentlich Patrick Bahners und Andreas Platthaus, schmückten zeitweise die Überschriften des ehrwürdigen FAZ-Feuilletons mit Fuchs’schen Sprachkleinoden, was sich aber oft nur dem Kenner erschloss.


aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Einträge:

Huch! Erika Fuchs ist als Schriftstellerin nicht vergessen.Das scheint hochverdient. Ihre Leistung als Texterin beschränkt sich nicht auf Kürzel wie Würg, Stöhn und Seufz, bei genauem Lesen entdeckt man Strukturen der Sprache Schillers in ihren wie neu geschaffenen Comic-Texten. Sie hat in meiner Kindheit nicht unmassgeblich zu meiner Sprachentwicklung beigetragen.

Pirmin Meier, Autor, Beromünster/Schweiz

Eintrag by Pirmin Meier am 19.Januar 2009


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