Lebendige Erinnerung

 

12. März 2005

Lisa Fittko

Lisa Fittko (* 23. August 1909 in Ungvár, Ungarn; † 12. März 2005 in Chicago, USA) war österreichische Schriftstellerin und Widerstandskämpferin im 2. Weltkrieg.

Lisa Fittko wurde als Lisa Ekstein geboren und wuchs in Wien auf. Ihr Vater, ein jüdischer Intellektueller, war Herausgeber der kulturpolitischen Zeitschrift „Die Wage“. Im Jahre 1922 zog die Familie nach Berlin. Hier war Lisa Fittko Mitglied des „Sozialistischen Schülerbundes“. Anfang 1933 wurde sie beim Verteilen antinazistischer Flugblätter entdeckt und musste in die Illegalität gehen. Mit ihrem Mann, Hans Fittko, ebenfalls einem politischen Flüchtling, den sie in Prag heiratete, flüchtete sie 1938 über Basel und Apeldoorn nach Paris. 1939 waren sie in Süd-Frankreich interniert und lebten danach in Marseille sowie in der Nähe des Küstenortes Banyuls am Fuße der Pyrenäen. Beide organisierten in Zusammenarbeit mit dem „Emergency Rescue Committee“ die Flucht von durch das Vichy-Regime Bedrohten. Diesen Abschnitt ihres Lebens beschreibt sie in dem Band „Mein Weg über die Pyrenäen”. Sie stand u. a. auch Walter Benjamin während der Flucht nach Spanien bei. 1941 gelang die eigene Flucht nach Kuba, wo Fittko in Havanna an einer Ausbildungsstätte für jüdische Flüchtlinge arbeitete. 1948 siedelte sie mit ihrem Mann Hans nach Chicago in die USA über. In Chicago arbeitete sie als Fremdsprachenkorrespondentin und Angestellte der Universität. Politisch engagierte sie sich in der amerikanischen Friedensbewegung. Bekannt wurde Lisa Fittko aufgrund ihrer autobiografischen Veröffentlichungen. Ihr Mann, Hans Fittko, wurde in Israel mit der Yad Vashem-Medaille geehrt. Er starb 1960. Für Hans und Lisa Fittko wurde im Januar 2001 in Banyuls-sur-Mer eine Gedenkstätte errichtet, die daran erinnert, daß sie, obwohl selbst in Lebensgefahr, vielen, von den Nazis verfolgten Menschen, die Flucht nach Spanien ermöglichten. 1998 wurde über Lisa Fittko der Dokumentarfilm „Doch wir, sagten wir, ergeben uns nicht…“ gedreht.

Veröffentlichungen
Lisa Fittko: Solidarität unerwünscht. Meine Flucht durch Europa. Erinnerungen 1933-1940, 1992, München: Carl Hanser Verlag. ISBN 3-446-15188-5
Lisa Fittko: Mein Weg über die Pyrenäen. Erinnerungen 1940/41, 1989, München: dtv. ISBN 3-423-62189-3

Auszeichnung

1987 Geschwister Scholl-Preis


aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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