Lebendige Erinnerung

 

23. März 2002

Manfred Bieler

Manfred Bieler (* 3. Juli 1934 in Zerbst, † 23. April 2002) war ein deutscher Schriftsteller, Hörspiel- und Fernsehspielautor.

Nach dem Abitur am Philanthropinum Dessau studierte Bieler Germanistik an der Humboldt-Universität Berlin. Für die Erzählung “Der Vogelherd” erhielt er 1955 den Preis der Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Warschau. 1956 bis 1957 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Schriftstellerverbandes. 1956 setzte er sich gemeinsam mit Heinz Kahlau, Manfred Streubel und Jens Gerlach für mehr kulturellen Spielraum in der DDR ein. Nachdem er im “Neuen Deutschland” der Zugehörigkeit zu einer Gruppe um Ernst Bloch und Hans Mayer beschuldigt worden war, wurde er vom Schriftstellerverband entlassen.

Bieler unternahm danach ausgedehnte Reisen durch Europa und bis nach Neufundland. 1965 übersiedelte er nach Prag. Sein Theaterstück “Zaza”, das an der Volksbühne Berlin aufgeführt wurde, brachte ihm heftige Kritik des Politbüros des Zentralkomitees der SED ein. Der DEFA-Film “Das Kaninchen bin ich”, unter Regie von Kurt Maetzig gedreht, wurde verboten und erst 1989 uraufgeführt. Die kritischen DEFA-Filmproduktionen des Jahres 1965 wurden von Sindermann als “Kaninchenfilme” beschimpft.

1967 wurde er tschechischer Staatsbürger und trat 1968 dem tschechischen Schriftstellerverband bei. Nach dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in Prag übersiedelte er in die Bundesrepublik Deutschland. 1969 war er Gastdozent an der Universität Texas und erhielt den Andreas-Gryphius-Preis. 1971 wurde er Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland. 1977 erhielt er den Jakob-Kaiser-Preis. Bieler lebte in München. Seine noch heute lebenden Nachfahren leben in Remscheid.

aus Wikipedia, der freien Enzyklopaedie

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