Lebendige Erinnerung

21. November 1989

Will Glahé

Will Glahé (* 12. Februar 1902 in Elberfeld /Wuppertal; † 21. November 1989 in Rheinbreitbach) war ein reichs- und bundesdeutscher Akkordeonist, Komponist und Orchesterleiter.
Ich verdanke ihm viel – menschlich und als Akkordeonist.

Die Biografie ist (z.B.) im Internet nachzulesen:
Studium an der Musikhochschule Köln und (zu dessen Finanzierung) Auftritte als Pianist in Kölner Cafés, ab den 30er Jahren neben Heinz Munsonius und Albert Vossen einer der erfolgreichsten Akkordeonisten im Deutschen Reich (1936 die Schallplattenaufnahme der noch heute bekannten Polka „Rosamunde“)

und nach dem II. Weltkrieg „Polkakönig“ in den USA, 17 Goldene Schallplatten…
Wichtiger als beruflicher Erfolg sind der Charakter und das Verhalten gegenüber den (weniger musikalischen) Mitmenschen oft ohne Ahnung und voller Vorurteile gegen das wunderbare Instrument Akkordeon; und hier war Will Glahé ein Vorbild für uns alle!

Mein persönlicher Bezug zu diesem Pionier virtuosen Akkordeonspiels zwischen Volksmusik und künstlerischem Anspruch ist zunächst eines seiner bekanntesten, tausendfach nachgespielten, zigfach gecoverten Stücke für Solo-Akkordeon: „Im Gänsemarsch“.
Im Jahr 1971, vor 45 Jahren also, war dies mein allererstes Solostück, das ich als 15jähriger im Gruppenunterricht einstudierte – und zwar bei unserem großartigen Lehrer und Dirigenten Fritz Breunig

Fritz Breunig

und seither mehrfach konzertant oder auch in privatem Kreis aufgeführt habe (gleich damals 1971 bei der Weihnachtsfeier meines Judo-Vereins, zuletzt bei Ständchen in Altenheimen).
Die Polka mit dem damals typischen fantasieanregenden Titel habe ich auch auf Schallplatte und auf CD; auf YouTube findet sich auch, gespielt von Will Glahé und seinem Orchester:

Glahé spielte auch die Musik seiner Kollegen – zu deren eigenem Ruhm. Die Akkordeonisten unter uns kennen sicher auch die ziemlich virtuosen „Tanzenden Finger“, die bekannteste und spieltechnisch recht anspruchsvolle Polka des im II. Weltkrieg 1943 allzu früh verstorbenen Komponisten Heinz Gerlach, der ohne solche (vor allem dank Glahé) wohlklingende Zeitdokumente längst vergessen wäre:

Unsere irdische Fantasie reicht bei Weitem nicht aus, um auch nur zu erahnen, was uns nach dem Tod erwartet.

Solange dies so bleibt, dürfen wir uns ausmalen, wie sie alle, die Altmeister des Akkordeons, musizierend vereint sind, bei „Rosamunde“ und „Im Gänsemarsch“ – in den unendlichen akkordeonistischen Sphären der Ewigkeit‘…

Dipl.-Päd. RL Fred Maurer

Gedanken und Erinnerungen an Will Glahé hinterlassen:

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